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Broschüre

 

 

 

Beitrag zur Ortsentwicklung

von Otterfing

 

 

Bericht September 2006

(1003 Jahre nach Erstnennung von Otterfing)

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

I. Einleitung 2

II. Ortsentwicklung und Beiträge des Bürgerforums 3

 a) Allgemeines 3

 b) Bürgermitwirkung 3

 c) Externes Planungsbüro 3

 d) Mitarbeit und Einbindung der Agenda 21 sowie 4

  Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde

 

III. Ergebnisse des Bürgerforums Agenda 21 - Beurteilungen, 7

 Ziele und mögliche Maßnahmen zur Ortsentwicklung

 1. Bevölkerungsentwicklung 7

 2. Nutzung 10

 2.1 Landwirtschaft 10

 2.2 Gewerbe und Dienstleistungen 12

 2.3 Gemeinbedarfseinrichtungen 14

 2.4 Wohnen 17

 3. Entwicklung Innenbereich 18

 4. Entwicklung Aussenbereich 21

 5. Baustruktur und Energie 22

 5.1 Baustruktur 22

 5.2 Energie 26

 6. Grünstruktur 28

 7. Verkehr 29

 

IV. Resümee und Ausblick 34

 

Verantwortlich für den Inhalt: Bürgerforum Agenda 21 Otterfing - AK Ortsentwicklung    

Redaktionelle Bearbeitung: Willibald Regul, Dipl.Ing. (FH), Tel. 08024 / 4327

Sprecher: Günter Schneider, Dipl.Ing., Tel. 08024 / 4141

Hinweis: Der Bericht ist für den Gemeinderat, die Verwaltung, das Planungsbüro
und Mitglieder des AK OE bestimmt. Weitergabe und Vervielfältigung
ist nur mit Zustimmung des Bürgerforums, AK OE gestattet.

Ausgabe 30. September 2006

 

I. Einleitung


Otterfing hat sich in den letzten 50 Jahren vom fast bäuerlichen Dorf zu einem Ort mit abnehmend bewirtschafteten Bauernhöfen, vorwiegend Ein- / Mehrfamilienhäusern / Wohnungen und mittlerer Gewerbeansiedlung entwickelt. Dieser Prozess war in den letzten 35 Jahren besonders stark ausgeprägt. Andererseits ist Otterfing im Regionalplan Oberland (Region 17) als ländlicher Teilraum im Umfeld großer Verdichtungsräume ausgewiesen. Darin ist auch festgelegt, dass bei Neuausweisungen von Bauland vordringlich die ansässige Bevölkerung berücksichtigt werden soll. Die Entwicklung hat ein Stadium erreicht, das langfristig ein Ortsentwicklungskonzept für eine nachhaltige und sozialverträgliche Gemeindeentwicklung in allen Bereichen dringend erforderlich macht. Der Siedlungsdruck, beeinflusst durch die Lage Otterfings zwischen Holzkirchen und dem Verdichtungsraum im Norden, wird an die Gemeinde weitere Anforderungen stellen, auf die sie vorbereitet sein muß.

Das Bürgerforum Agenda 21 hat diese Zielsetzungen aufgegriffen und eine aktive Mitarbeit in der Gemeinde initiiert. In einer Reihe von Diskussionsrunden und Klausuren des Gemeinderates und des Bürgerforums wurden erste Zielvorstellungen entworfen. Dies führte auch dazu, einen Antrag an den Gemeinderat zu stellen, ein verbindliches Ortsentwicklungskonzept von einem externen Planungsbüro erarbeiten zu lassen. Die Ergebnisse dieser Planung werden als „informelles Planungsinstrument“ die Gemeinde in die Lage versetzen, konkrete rechtsverbindliche Planungen durchzuführen und entsprechende Problemfelder auf ihre Auswirkungen und Verträglichkeiten zu überprüfen.

Die beauftragten Arbeiten des Planungsbüros sind jetzt in der Schlussphase. Der Arbeitskreis Ortsentwicklung (AK OE) des Bürgerforums Otterfing hat in den letzten Jahren begleitende Gespräche und Diskussionen durchgeführt und legte dazu zunächst im November 2004 einen Zwischenbericht , im Wesentlichen mit Vorschlägen für die Entwicklungsziele und jetzt einen zusammenfassenden Bericht mit Stand September 2006 vor.

Basierend auf den vom Gemeinderat verabschiedeten Entwicklungszielen wird im Bericht auf die heutige Situation in Otterfing eingegangen und darauf aufbauend, die Zukunftschancen aber auch die Probleme und Aufgaben der Gemeinde diskutiert. Die beschriebenen Ziele und Maßnahmen sind Vorschläge, die helfen sollen, langfristig die Ortsentwicklung zu unterstützen. Sie orientieren sich nicht nur an dem, was heute realisierbar ist, sondern müssen eine Zukunftsperspektive aufzeigen. Die Ziele sind Ideen für einen wünschenswerten Zustand, beschreiben also, was die Bevölkerung langfristig wünscht. Damit soll zur weiteren Diskussion der Bürger, insbesondere im Gemeindeparlament, angeregt werden. Auf dem Weg zur Umsetzung müssen die Vorschläge immer wieder neu überdacht und angepasst werden. In diesem Sinne bietet das Bürgerforum der Agenda 21 auch eine weitere Mitarbeit und Ideenfindung an.

II. Ortsentwicklung und Beiträge des Bürgerforums

a) Allgemeines

Trotz guter Rahmenbedingungen (z.B. Entwicklung Otterfings als funktionierende Gemeinde im ländlichen Umfeld, die Nähe zu München, steigender Einwohnerzahlen und einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung noch in den 90er Jahren), besteht dennoch für Otterfing Handlungsbedarf. Strukturellen Schwächen muß mittelfristig begegnet werden. Deshalb hat sich der Gemeinderat von Otterfing seit 1997 mit den Erfordernissen einer Ortsentwicklungsplanung beschäftigt. Ziel ist es, eine nachhaltige Planung und Entwicklung für den Ort zu erhalten. Damit soll das Wachstum der Gemeinde in definierte Bahnen - zur Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität - gelenkt werden. Eine derartige Planung bedarf aber auch der Einbeziehung der Bevölkerung. In der Broschüre „Denkanstöße für die kommunale Bauleitplanung“  findet sich folgende Formulierung: 

Durch die Einrichtung von Beteiligungsgremien werden lokale Kräfte, die zu einer Verbesserung der Entwicklung in den Kommunen beitragen können, mobilisiert. Selbstbewusstsein und Kreativität innerhalb der Bevölkerung werden gestärkt, lokale Initiativen aus den verschiedensten Bereichen werden gefördert und in den kommunalen Planungsprozess gewinnbringend eingebunden.“

b)
Bürgermitwirkung

In Otterfing wurde diese Vorgabe durch die Aktivitäten des Bürgerforums der Agenda 21 verwirklicht. Der AK OE entstand 1998 im Rahmen des Bürgerforums neben weiteren Arbeitskreisen und hat sich für die Mitarbeit zur Ortsentwicklung angeboten. Seither wirkt der AK, der aus interessierten Bürgern aller Bevölkerungsschichten und Mitgliedern des Gemeinderates besteht, aktiv in der OE mit. In Gesprächsrunden, Seminaren und laufenden Arbeitskreissitzungen wurden entsprechende Empfehlungen für den Gemeinderat zur OE erarbeitet. An den Seminaren haben sich durchschnittlich etwa 30 Personen beteiligt. Im AK OE haben sich aktiv über die Zeit etwa 20 Bürger organisiert. Er wurde zu Themen bezüglich Energie - Landwirtschaft - Wirtschaft (LAWINE), Soziales und Verkehr von entsprechenden AK’s der Agenda 21 in Otterfing unterstützt.

Wesentliche Aktivitäten des AK OE waren der Antrag an den Gemeinderat zur Beauftragung eines externen Planungsbüros zur OE und die Erarbeitung von Entwicklungszielen in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro. Die Vorgänge wurden dabei jeweils fast einstimmig durch den Gemeinderat verabschiedet.

c)
Externes Planungsbüro

Der Gemeinderat hat im April 2004 das renommierte Architekturbüro Dipl. Ing. Bernhard Landbrecht in München zur Durchführung der Ortsentwicklungsplanung beauftragt. Seitdem werden die Planungsarbeiten dreistufig durchgeführt:

1. Grundlagen-Bestandserhebung
2. Rahmenkonzept und
3. Umsetzungsstrategie.

Die fachlich fundierte Planung durch ein externes Büro ist unerlässlich. Nur so können zusammen mit dem Gemeinderat und den Bürgern - ausgearbeitete Einzelaspekte in ein Gesamtkonzept integriert werden. Mit dem OE - Konzept erhält der Gemeinderat Entscheidungshilfen, die auf die Bedürfnisse der Bürger und auf das Gemeinwohl zugeschnitten sind. Es dient auch zur besseren Beurteilung von Einzelvorhaben im Hinblick auf ein Gesamtkonzept selbst gegenüber Fachbehörden.

Im Sommer 2005 hat das Planungsbüro Landbrecht dem Gemeinderat und in Bürgerversammlungen ein Entwicklungskonzept (das Ergebnis des ersten Planungsabschnittes) zur Diskussion vorgestellt. Dies führte Anfang 2006 zur Vorlage eines Rahmenkonzeptes (Gesamtplan siehe Anl. 1) , den der Gemeinderat dann im Februar 2006 mit großer Mehrheit annahm. Damit erfolgte die Freigabe des vorerst letzten Abschnittes der Ortsentwicklung, nämlich die Bearbeitung der Umsetzungsstrategie. Die Arbeiten des Planungsbüros befinden sich jetzt in der letzten Stufe. Die erwarteten Ergebnisse stellen die Grundlage für weiterführende Planungen dar.

d)
Mitarbeit und Einbindung der Agenda 21 sowie
Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde

Die Beteiligung des Bürgerforums Otterfing an unterschiedlichen Gesprächen, Präsentationen, Seminaren sowie anderen AK-Tätigkeiten trugen wesentlich zur OE bei. Der AK OE hat in den letzten Jahren den Prozess nachhaltig unterstützt, gefördert und mitgeprägt. Nachfolgend werden dazu die wesentlichen Aktivitäten des AK OE bzw. dessen Mitwirkung und Gesprächsrunden des GR aufgeführt:

  • Am 14.11.1998 veranstaltete der Gemeinderat von Otterfing in der Schule für Dorf- und Landentwicklung in Thierhaupten einen Workshop . Das Treffen für GR und Bürger hatte das Ziel, die Auswirkungen der Bauleitplanung auf die Ortsentwicklung aufzuzeigen, erste Leitziele zu besprechen und sowohl Mitwirkungspflichten von Beteiligten als auch Kompetenzen festzulegen. Dabei standen die Themen Landwirtschaft, Gewerbe und Privat- / Gemeinwohl im Vordergrund.
     
  • Der Gemeinderat diskutierte diesbezüglich weiterführend am 9.2.1999 im Rahmen einer nichtöffentlichen Sitzung. Es waren Grundgedanken und Zielsetzungen zur Ortsentwicklung zu erarbeiten.
     
  • Der Arbeitskreis des Bürgerforums hat Mitte 1999 dem Gemeinderat eine Ausarbeitung für eine„Dorfentwicklungsplanung für Otterfing“  vorgelegt.
     
  • Am 10.11.2001 fand eine weitere Veranstaltung des Bürgerforums statt . Im Pfarrheim moderierte Frau Architektin Winzinger - Wagner einen sehr gut besuchten Workshop zur geplanten Ortsentwicklung.
     
  • image006
    Workshop zur Ortsentwicklung am 10.11.2001
  • Auch diese Runde diskutierte Stärken und Schwächen von Otterfing und beschrieb erste Entwicklungsziele und Empfehlungen für das weitere Vorgehen in der Ortsentwicklungsplanung. Die  Ergebnisse dienten dem Arbeitskreis als Grundlage für eine Weiterbearbeitung in den öffentlichen Diskussionsrunden der Bürger.
     
  • Mit einem Antrag des Bürgerforums Agenda 21 an den Gemeinderat im März 2002, wurde angeregt, ein externes Planungsbüro für die Bearbeitung eines verbindlichen Konzeptes zu beauftragen. Gleichzeit hat das Bürgerforum angeboten, unter Anleitung / Moderation des Planungsbüros im Planungsprozess mitzuarbeiten. Die Durchführung der Arbeiten wurde am 23.7.2002 durch den GR einstimmig beschlossen.
     
  • Frau Susanne Schmidt, Landschaftsarchitektin, hat für das Bürgerforum umfangreiche Betrachtungen aus Landschaftssicht zu Otterfing durchgeführt. In Vorträgen am 11. Nov. 2002 und am 9. Dez. 2002 stellte Frau Schmidt die Ergebnisse unter dem Titel „Wie kommt die Landschaft in den Plan“ vor. Schwerpunkte waren dabei:
     
  • Landschaftsanalyse und Bestandsaufnahme
    .
  • Landschaftsentwicklung.
     
  • Landschaftsplan und Flächennutzungsplan.
     
  • Wirtschaft und Gewerbe in Otterfing“ - „Gestern, Heute und Morgen“ , war am 31.3.2003 Thema eines Referats von Peter Frei, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Holzkirchen - Otterfing. Seine Erläuterungen betrafen Einwohnerentwicklung, Altersstruktur, Entwicklung des Gewerbes und der Landwirtschaft sowie deren Auswirkungen auf die Beschäftigten und der Bedarfsdeckung der Bevölkerung in Otterfing.
     
  • Am 4.4.2003 besichtigte der Gemeinderat unter Beteiligung von Vertretern der Agenda das Hüttenthaler Feld in Tittmoning. Das mit dem „Deutschen Städtebaupreis“ ausgezeichnete Baugebiet bietet, trotz Einsparung von Flächen und Herstellungskosten, eine, gegenüber konventionellen Einfamilienhausgebieten deutlich bessere Nutzbarkeit des Wohnumfeldes insbesondere durch die Einbeziehung von Wohnhöfen.
     
  • Es fanden während der beauftragten Planungsphase regelmäßig Arbeitsgespräche und Diskussionen mit interessierten Bürgern und Vertretern aus den anderen AK’s (LAWINE, Soziales, Wirtschaft und Verkehr) sowie mit Gemeinderatsmitgliedern statt. Einmal mehr ging es dabei um die Erarbeitung der Entwicklungsziele, um die Diskussion von Empfehlungen und Maßnahmen für die Aufgaben der OE und um die Dokumentation für den Abschlußbericht.
     
  • Zur Erörterung der Vorschläge des AK’s OE wurde (mit Architekt Landbrecht - als fachplanerischer Begleiter) zu mehreren Sitzungen eingeladen. Dabei konnten die Entwicklungsziele Ende 2004 erarbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt werden. Im April 2005 wurden diese durch den Gemeinderat verabschiedet.
     
  • Die Fortschritte des Planungsprozesses wurden in verschiedenen Bürgerversammlungen der Bevölkerung durch Bürgermeister und Planer präsentiert.
     
  • Der AK OE hat des Weiteren Stellungnahmen mit Anregungen zum Entwicklungskonzept der Phase 2 und zu innerörtlichen Bebauungsplänen abgegeben.
     
  • Am 23. September 2005 fand ein Ortsspaziergang für die Bevölkerung unter Leitung des Planers, Architekt Landbrecht statt. Dabei wurden entsprechende Bereiche besichtigt und besprochen. Kriterien waren:
     
  • Gemeinbedarfseinrichtungen.
  • Ortskernfunktionen.
  • Hinweise zur Innenentwicklung.
  • Umnutzung untypisch genutzter Grundstücke.
  • Erhalt wichtiger topographischer Bereiche.
  • Erhalt landwirtschaftlicher Flächen und
  • Sicherung und Gliederung eigenständiger Ortsteile.
  • image007
    Ortsspaziergang, Erläuterungen durch Arch. Landbrecht
    am St. Georgsplatz - Stärkung der Ortskernfunktionen
     
    image009
    Ortsspaziergang, am Thomahof - Baufeld Wohnungsbau
    im Innenbereich

Der Rundgang ist in der Anlage 2 mit den entsprechenden Stationen gezeigt.

Des Weiteren fanden Klausurtagungen des Gemeinderats zum jeweiligen Stand der Planungen der OE am 27.9.2004, 23.7.2005 und am 20.11.2005 statt. An den Tagungen konnten auch jeweils zwei Vertreter des AK OE teilnehmen.

Die Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung sollen, nach entsprechender Wertung und Verabschiedung durch den Gemeinderat, in Ergänzung zur fachlichen Durchführung der Planung, in der Umsetzung des Ortsentwicklungsvorhabens Berücksichtigung finden.



III. Ergebnisse des Bürgerforums Agenda 21, Beurteilungen, Ziele und mögliche Maßnahmen zur Ortsentwicklung

Wohin soll sich Otterfing in der nahen und fernen Zukunft entwickeln? Unser Ort kann sicher nicht mehr als Dorf im ursprünglichen Sinne bezeichnet werden, denn damit ist ein von Landwirtschaft geprägter und bestimmter Lebensraum gemeint. In den letzten 35 - 40 Jahren wurde auch Otterfing zunehmend durch eine sich ändernde Bevölkerungsstruktur beeinflusst. Gründe waren und sind weiterhin: ein starker Zuzug, die verstärkte berufliche Tätigkeit außerhalb Otterfings, die sich ändernde Agrarwelt und nicht zuletzt die demographischen Veränderungen. Zukünftige Entwicklungen müssen gewollt, steuerbar und übersichtlich bleiben. Nebeneinander muß Arbeiten, Wohnen, Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe möglich sein, dabei sind immaterielle Werte und Identitäten, die den Ort kennzeichnen und prägen, zu erhalten.

Als wichtiges Zwischenergebnis können die vom AK OE vorgeschlagenen und letztlich vom Gemeindeparlament verabschiedeten Entwicklungsziele gelten. Die Ziele sind von der Bevölkerung für die Bevölkerung formuliert und definieren die gewünschte Entwicklungsrichtung. Sie setzen voraus, dass wir uns im Klaren sind - was wollen wir ? - wohin soll sich Otterfing entwickeln. Dabei muß für die Zukunft gelten, wir wollen nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern Veränderungen einleiten d.h. in erster Linie agieren.

In den nächsten Abschnitten werden anhand der jeweiligen Entwicklungsziele, Beurteilungen und Vorschläge von möglichen Maßnahmen zur mittel- bis langfristigen Ortsentwicklung aufgezeigt. Die vorgelegten Ergebnisse wurden, wie vorher erwähnt, in einer Reihe von Arbeitsgesprächen der Agenda 21 Otterfing (AK OE) erarbeitet. Der Regionalplan Oberland (17) , das Landesentwicklungsprogramm Bayern und Aussagen in Arbeitshilfen zum kommunalen Flächenressourcen - Management wurden entsprechend berücksichtigt. Selbstverständlich können diese Vorschläge nur im Lichte der wirtschaftlichen -, technischen- und ordnungspolitischen Möglichkeiten der Gemeinde umgesetzt werden. Der Gemeinderat, als demokratisch legitimiertes Organ, hat dabei die endgültige Entscheidung. Dabei muß er aber darauf achten, dass dazu eine ständige und intensive Information aller Gemeindebürger sicherzustellen ist, auch und insbesondere, wenn Vorschläge modifiziert oder nicht realisiert werden.

1.
Bevölkerungsentwicklung

Entwicklungsziel: In Otterfing soll die Entwicklung künftig von einem maßvoll verringerten organischen Bevölkerungswachstum ausgehen. Es ist eine ausgeglichene Bevölkerungsstruktur anzustreben. Dabei sollen insbesondere junge, ortsansässige Familien mit Kindern besonders gefördert und die Integration älterer Bürger gewährleistet werden.“ 
 

Bewertung

Otterfing ist nach dem Regionalplan Oberland (17) als ländlicher Raum mit geringer Ausweitungsmöglichkeit eingestuft. Die Entwicklung des Ortes muß deshalb entsprechend dieser Vorgabe erfolgen. Dafür ist es für die Gemeinde wichtig, Kenntnis über die zu erwartende bzw. zu planende Bevölkerungsentwicklung zu erhalten. Aus der Bevölkerungsprognose können Rückschlüsse auf einen Bedarf von Gemeinbedarfseinrichtungen und Infrastruktur gezogen werden. Dadurch erfolgt auch eine Einschätzung auf die Wohnsiedlungspolitik.

Otterfing hat sich in der Bevölkerungszunahme in den letzten 45 Jahren fast verdreifacht . Daraus ergibt sich bis heute ein durchschnittlicher Zuwachs von ca. 65 Einw/Jahr wobei die stärksten Zuwächse zwischen 1975 und 1980 (über 100) sowie zwischen 1997 und 2002 (ca. 85 Einw/Jahr) zu verzeichnen waren. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung in 10-Jahresschritten an.

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Otterfing lag im Landkreis Miesbach prozentual (bzgl. des Bevölkerungszuwachses) an der Spitze aller Gemeinden. Von 1970 bis 2004 erhöhte sich die Bevölkerung um 127 %, andere Gemeinden des Landkreises lagen im Schnitt bei etwa 45 % (z.B.: Holzkirchen 85 %, Miesbach 25%, Valley 36%, Warngau 47%, Wayern 28% ) . 

Das Planungsbüro Landbrecht hat auf der Grundlage des Entwicklungskonzeptes (Entwurf) und unter Berücksichtigung der noch bebaubaren Flächen im Innenbereich (nicht realisierter Wohnungsbau, Leerstandsflächen, Unternutzung, untypische Nutzung) Zeithorizonte für Potentiale im Zuwachs der Bevölkerung errechnet. Ergänzt wurde dies um eine mögliche (geplante) Siedlungserweiterung im Außenbereich. Als Resultat sind die Zeiträume für den zukünftigen Einwohnerzuwachs angegeben. Zugrundegelegt wurde dabei ein Flächenverbrauch von 60 m2 GF / Pers bzw. alternativ von 70 m2 GF / Pers.

Es ergeben sich folgende Zeithorizonte als Entwicklungspotential (in Jahren) bei angenommenen Zuwächsen von 40 Einw/J (ca. 1% Zuwachs/J der Bevölkerung) und alternativ bei Zuwachs von 70 Einw/J. Der Erhebungsstand ist der 31.12.2004.:

 

a) Innenbereich bei 60 m2 GF / Pers. (entspr. 1.030 Einw.)

 Möglicher Zuwachs mit 40 E/J

Möglicher Zuwachs mit 70 E/J

  Zeithorizont = 25,7 J

Zeithorizont = 14,7 J

 

b) Innenbereich bei 70 m2 GF / Pers. (entspr. 875 Einw.)

 Möglicher Zuwachs mit 40 E/J

Möglicher Zuwachs mit 70 E/J

  Zeithorizont = 21,8 J

Zeithorizont = 12,5 J

 

c) Potentielle Gesamtentwicklung
(Innen- und möglicher Außenb
ereich) bei 60 m2 GF / Pers.                 (entspr. 1.740 Einw.)

 Möglicher Zuwachs mit 40 E/J

Möglicher Zuwachs mit70 E/J

Zeithorizont = 43,5 J

Zeithorizont = 24,8 J

 

d) Potentielle Gesamtentw. (Innen- und möglicher Außenbereich) bei       70 m2 GF / Pers.                   (entspr. 1.480 Einw.)

 Möglicher Zuwachs mit 40 E/J

Möglicher Zuwachs mit70 E/J

Zeithorizont = 37,0 J

Zeithorizont = 21,1 J

Seit dem Erhebungsstand hat der Gemeinderat nicht unerhebliche Bauvorhaben genehmigt, für die allerdings rechtliche Grundlagen bestehen und in den obigen Zahlen bereits teilweise berücksichtigt sind. 

Wenn die bisherigen Steigerungsraten mit etwa 70 Einw/J bestehen bleiben, werden Bau- und Nutzungs- / Verdichtungsmöglichkeiten (unter Beachtung der Entwicklungsgrenzen im Innenbereich) in etwa 12 - 15 Jahren, bei einem Zuwachs von 850 bis 1.000 Einwohner erschöpft sein.

Im Entwicklungsziel „Bevölkerungsentwicklung“ (s.o.), wird … von einem maßvoll verringertem Bevölkerungswachstum … ausgegangen. Dies bedeutet, dass das bisherige Wachstum so nicht bestehen bleiben kann. Eine Halbierung der bisherigen Zuwächse auf 30 bis 40 Einw/J muß das Ziel sein. Der Gemeinderat ist dazu aufgefordert, mit den Wachstumsmöglichkeiten sorgsam umzugehen. Neuen Siedlungsgebieten im Außenbereich ist entgegenzuwirken.

Neben der möglichen Entwicklung der absoluten Einwohnerzahl ist die Altersstruktur von besonderer Bedeutung. Auch sie hat Einfluß auf Planungen bezüglich Gemeinbedarfseinrichtungen, Infrastruktur, Wohnen für Jung und Alt sowie Verkehr. Analog zur erwarteten demographischen Entwicklung in Bayern wird auch in Otterfing ein Anstieg des Anteils älterer Menschen zu erwarten sein auch deswegen, weil die Anzahl der Kinder und junger Bürger stagniert und langfristig abnimmt. Diese Entwicklung wird gerade die Gemeinden im ländlichen Raum vor erhebliche infrastrukturelle Schwierigkeiten stellen (z.B. Schließung Teilhauptschule, Zukunft der Kindergärten?). Dies verursacht möglicherweise auch eine Abnahme der Bevölkerung. Auch ziehen heute junge flexible Familien mit Kindern den Arbeitsplätzen nach.

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Bei Betrachtung der Schülerzahlen in Otterfing in obiger Tabelle ist ersichtlich, dass trotz des starken Bevölkerungszuwachses in Otterfing, die Schülerzahlen bei ca. 200 Schüler / Jahr stagnieren . D.h. das Bevölkerungswachstum erfolgt weitgehend durch Erwachsene.

Um den Trend dieser negativen Alterspyramide entgegen zu wirken, sind alle Anstrengungen zur Förderung junger Familien mit Kindern zu unternehmen und ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen. Unabhängig davon wird aber der Bedarf an Seniorenheimen und Pflegeplätze dennoch steigen. Benötigt werden neue Möglichkeiten des Wohnens für ältere Mitbürger, nicht unbedingt Altenheime. Betreutes Wohnen, Mehrgenerationenwohnhäuser sollten in zukünftigen Planungen der Gemeinde Einzug halten. 

Ziele

Da es sich bei der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur weitgehend um ein gesellschaftspolitisches Problem handelt, ist der Handlungsspielraum begrenzt. Dennoch ergeben sich folgende wichtige Ziele:

  • Das Bevölkerungswachstum in Otterfing auf durchschnittlich 30 bis 40 Einw/ Jahr zu reduzieren.
  • Junge Otterfinger Familien fördern und im Ort halten
  • Selbstständigkeit und Integration älterer Bürger erhalten und verbessern.

Empfohlene Maßnahmen

Strikte Anwendung des Entwicklungszieles zur stark begrenzten Bevölkerungsentwicklung. Zunächst nur Wohnbebauung im Innenbereich. Vorgaben durch Gemeinde festlegen. Nutzung leerstehender- und Verdichtung vorhandener Bauflächen anstreben und mit Eigentümer verhandeln.

Bei jeder sich bietenden Möglichkeit Ankauf für Grundstücke anstreben um über Einheimischenmodelle erneut Grundlagen für die Schaffung günstigen Wohnraums zu gewährleisten.

Maßnahmen ergreifen, damit sich Otterfing im Landkreis als kinderfreundlichste Gemeinde entwickelt.

Möglichkeiten für Mehrgenerationenhäuser mit Wohnbereichen schaffen und fördern. Sicherung dazu von gemeindeeigenen Flächen.

Die vorliegenden Wohnflächenprognosen/ Zeithorizonte sind jährlich fortzuschreiben (derzeit Stand Ende 2004) und nach Soll / Ist zu veröffentlichen (z.B. im Rahmen der Bürgerversammlung).

Im Rahmen einer Untersuchung ist die erwartete mittel- und langfristige demographische Entwicklung in Otterfing festzustellen. Damit sollen verbesserte Prognosen und erforderliche Planungen für die Gemeinde möglich werden.

2.
Nutzung

2.1 Landwirtschaft (Lw)

Entwicklungsziel: „ Die Landwirtschaft soll im Gemeindegebiet als prägendes Element gezielt weiter erhalten bleiben. Veränderungen in der Landwirtschaft sollen im innerörtlichen Bereich auf nicht störendes Gewerbe bzw. Wohnen hingelenkt werden.“

 

Bewertung

Otterfing, flächenmäßig kleinste Gemeinde im Ldkr. Miesbach mit 1.840 ha, besitzt einen landwirtschaftlich genutzten Anteil von 1.050 ha und 607 ha Wald. Bei der landwirtschaftlichen Nutzung handelt es sich nahezu ausschließlich um Grünland mit entsprechenden Ackerbau für die Viehzucht inklusive ihrer Produkte (ca. 1.370 Rinder, Stand 3. 2003) sowie Waldnutzung. Einige Betriebe haben auf andere Nutzungen umgestellt (Reiterhof, Verpachtung der Flächen), wieder andere sind aus dem Ort ausgesiedelt. 2003 gab es noch 33 landwirtschaftliche Betriebe.

Entsprechend dem RegPl Oberland (17) sollen in Otterfing landwirtschaftliche Flächen nur in beschränktem Umfang neuen Siedlungsgebieten zugeführt werden. Die landwirtschaftliche Nutzung (Wiese, Wald, Acker, unbewirtschaftete Flächen) prägen nicht nur das Bild der Landschaft sondern auch die Artenvielfalt und das Klima in unserer Umgebung. Auf Grund der Bodenqualität, der Preissituation am Markt und der Arbeitskosten unterliegen die Produkte der Lw einem hohen wirtschaftlichen Druck. Deshalb haben sich einige Betriebe spezialisiert, neue zusätzliche Einnahmequellen geschaffen oder sind auf Nebenerwerb umgestiegen, was letztlich mittelfristig i.d.R. zur Betriebsaufgabe führt. Dieser Konzentrationsprozess zwingt zum Kauf von Milchquoten, zur Anpachtung von Flächen und zu hohen Investitionen in die Infrastruktur. Die beschriebene, für viele Landwirte schwierige Lage, beeinflusst oft die bisher übliche Weitergabe des Hofes an die nächste Generation.

Ziele

Es muß ein erklärtes Ziel der Gemeinde sein, die Lw verstärkt als Wirtschaftspartner der Otterfinger Bevölkerung und der Region zu gewinnen. Die Lw und deren Flächen müssen weiterhin als prägendes Element und als wesentlicher Bestandteil der Kulturlandschaft erhalten bleiben.

Das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung der Lw und die Qualität der Produkte ist zu stärken.

Erhalt der Betriebe im Ort und in den Ortsteilen zur Prägung des Ortsbildes sichern, Einengung bzw. Verdrängung der Hofstellen vermeiden.

Ökologische Lw fördern.

Sicherung wertvoller und zusammenhängender Lw-Flächen sowie topographisch wichtiger Bereiche.

Andere Einkommensformen erschließen und unterstützen (regenerative Energiequellen, Solarflächen bei Hofstellen).

Landwirtschaftliche Interessen bei der Bauleitplanung berücksichtigen.

Empfohlene Maßnahmen

Die Lw durch Kauf von Produkten ab Hof unterstützen. Information im Gemeindeblatt starten. Hofladen ggf. im diskutierten Gemeindehaus (s. Pkt. 2.3) einplanen.

Aufgegebene oder zur Veränderung anstehende Hofstellen in Ihrer Substanz erhalten. Umwidmungen haben sich auf Wohneinheiten oder nicht störendes Gewerbe zu beschränken. Ggf. mögliche Veränderungen für Gemeinbedarfs- / Vereinseinrichtungen in Betracht ziehen.

Soweit aus wirtschaftlichen Gründen gerechtfertigt, soll sich die Lw mittelfristig den sich ändernden Anforderungen im land-/forstwirtschaftlichen Bereich und dem Dienstleistungseinsatz stellen. („Landwirt = Energiewirt"). Verstärkt Einsatz regenerativer Energieformen (Hackschnitzel, Pellets, Biomasse, nachwachsende Rohstoffe etc.) im Gemeinbedarfsbereich (entspr. der Verpflichtung zur „Energiewende Oberland“) einsetzen. Den privaten Bereich entsprechend informieren und beeinflussen. Ansprechstelle in der Gemeinde aufbauen.

Zur Stärkung des Verständnisses für die Lw soll die Grundschule (weiterhin) Besuche auf Bauernhöfen organisieren.

2.2 Gewerbe und Dienstleistungen

Entwicklungsziel:
Auf eine weitere Ansiedlung und die Entwicklung bestehender, innovativer und wirtschaftlicher stabiler, nicht störender Klein- und Mittelstandsbetriebe soll hingewirkt werden. Die Verdrängung von gebietsverträglichen Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben aus dem innerörtlichen Bereich ist zu verhindern.“

Bewertung

Kennzeichnend für Otterfing sind kleine und mittlere Wirtschaftsstrukturen. Für die Bevölkerung und für das nähere Einzugsgebiet sind alle wesentlichen Einzelhandelsgeschäfte wie z.B. Metzger, Filialen von Großbäckereien, ein Drogeriemarkt, ein Kiosk, ein Gemüseladen sowie ein Getränkemarkt im Ort vorhanden. Lebensmittel und Artikel für den täglichen Gebrauch können bei einem Discounter im Ortszentrum eingekauft werden. Des weiteren bestehen Verkaufsmöglichkeiten ab Hof für Fleisch und Gemüse ökologischer Produktionsbetriebe sowie Geschäfte für Textilien und Schmuck und ein Eine-Welt-Laden.

Die Gastronomie ist mit einem Restaurant, zwei Gastwirtschaften und zwei italienischen Lokalen vertreten. Dorfwirtschaften mit Schenke und Saal, die auch von Vereinen und für weitere Veranstaltungen am Hauptort genutzt werden könnten, wie ehedem der Gasthof „Moser“ und der „Neuwirt“, existieren nicht mehr, sie wurden aufgegeben.

Die ärztliche Versorgung ist durch mehrere Praxen am Ort gesichert. Im nahen Markt Holzkirchen stehen darüber hinaus alle wichtigen Fachärzte zur Verfügung. Das Bankwesen ist mit zwei Filialen vertreten. Nach Schließung einer Poststelle wurden zwei Postagenturen (am Hauptort und in Palnkam) eingerichtet.

Wichtige Handwerks- und Dienstleister sind, teils mit langer Tradition, in Otterfing ebenfalls angesiedelt. Gerade auf dem Lande erbringen dabei die Handwerksbetriebe eine flächendeckende, nachfragenahe Versorgung und sind, anders als viele Großunternehmen, ihrem Heimatort treue und verlässliche Steuerzahler. Für die Ortsentwicklung sind sie deshalb ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Gemeinde.

Traditionelle Kleingewerbestandorte im Ort sollen möglichst erhalten bleiben und ggf. sogar neu entstehen, weil hiermit das Leben in Ort und Dorf gestützt wird . Nur bei nicht lösbaren Konflikten (Immissionen, Lieferverkehr, Raummangel) soll eine Verlagerung innerhalb der Gemeinde geprüft werden.

Ende der 80er Jahre wurde ein Gewerbegebiet im Norden von Otterfing ausgewiesen. Eine geringe Erweiterung ist in der OE-Planung vorgesehen. Primär sollen einheimische Betriebe angesiedelt sein. Zwischenzeitlich haben sich aber auch industrielle Mittelbetriebe etabliert. Ein Großbetrieb der Sport-/ Versandbranche mit 300 Arbeitsplätzen wurde vor einiger Zeit wegrationalisiert und geschlossen.

Arbeitsplätze in Otterfing sollten aber auch durch Neuansiedlungen durch eine gesteigerte Beauftragung der einheimische Handwerker und Dienstleister erhöht werden. Betriebe sollten dafür vorzugsweise am Ort lebende Arbeitskräfte einstellen. Geht es darum, die Ansiedlung neuer Betriebe zu fördern, so muß die Gemeinde abwägen, ob die Wirtschaftsförderung vordergründig als Instrument der Beschäftigungspolitik oder die Ansiedlungen eher im Hinblick auf eine gesteigerte Einnahmeerzielung ausgerichtet ist. In der Regel beschäftigen mittlere bis größere Betriebe im Schnitt weniger Beschäftige, die zumal spezialisiert sind und von außen zupendeln.

Ziele

Die Kaufkraft soll verstärkt im Ort gehalten werden.

Einkaufsmöglichkeiten sind vorzugsweise im Ortskern zu verbessern.

Bestehende Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe sind abzusichern.

Durch Schaffung neuer Arbeitsplätze am Ort, Pendlertätigkeit reduzieren.

Neue Ausbildungsplätze schaffen.

Das bestehende Gewerbegebiet ist in seiner Größe nur noch begrenzt zu erweitern.

Infrastrukturelle Lasten aufgrund neuer Gewerbestrukturen vermeiden.

Weder weitere Discounter im Ort noch Großbetriebe im Gewerbegebiet zulassen.

Empfohlene Maßnahmen

Die wohnortnahe Grundversorgung ist zu verbessern. Die Erhöhung der Akzeptanz des Handels- und Dienstleistungsangebotes in der Bevölkerung ist durch Bewusstseinsbildung und Abrundung des Angebotes zu erreichen.

Als Werbemaßnahme Neuauflage des Otterfinger Wegweisers in Zusammenarbeit der Gemeinde, ggf. Kreis und dem Bürgerforum Agenda 21.

Eine Verstärkung der Einkaufsmöglichkeiten insbesondere im Ortszentrum (auch im Bereich B13) vorantreiben, sie sind erstrebenswert und zu unterstützen. Dabei sollte für den täglichen Bedarf das Angebot erweitert werden, um Fahrten nach Holzkirchen oder Sauerlach zu vermeiden.

Der Umsatz ortsansässiger Firmen kommt der Otterfinger Gemeinde zugute. Maßnahmen zur Stärkung der Geschäfte / Betriebe schaffen. Initiativen bei der Bevölkerung durch Gemeinde / Agenda starten.

Eine mögliche Verdrängung von Handwerksbetrieben und Dienstleister aus dem Innenbereich ist zu vermeiden. Bestehende oder neue Betriebe mit nicht störenden, innovativen und wirtschaftlich stabilen und umweltfreundlichen Eigenschaften sind im Innenbereich zu fördern. Damit wird die vorhandene Infrastruktur im Ort genutzt.

Umweltfreundliche Betriebe durch die Gemeinde auszeichnen.

Eine mögliche Etablierung bzw. ein Wandel hin zu großen Gewerbestrukturen ist zu vermeiden. Die Ansiedlung von Einzelhandelsprojekten ist zu unterstützen.

Die Erweiterung des Gewerbegebietes soll nur noch für kritisch hinterfragte Ansiedlungen möglich sein (z.B. Auslagerungen mit Umnutzung frei werdender Einheiten, Verbesserung der wirtschaftlichen Situation, Verbesserung des Arbeitsmarktes). Nutzung vorhandener Gebäude bzw. Verdichtung im Gewerbegebiet. Vermeidung kommunale Vorleistungen bei der Planung und Ausweitung des Gewerbegebietes.

Es soll versucht werden, in Otterfing. qualifizierte Arbeitsstellen zu fördern.

Schaffung von Ausbildungsplätzen fördern. Betriebe am Ort, die Ausbildungsplätze anbieten bzw. darüber verfügen, über Auftragsvergaben unterstützen (begrenzt).

2.3 Gemeinbedarfseinrichtungen

Entwicklungsziel: Für die nachhaltige bedarfsbezogene Weiterentwicklung und Ergänzung der Gemeinbedarfseinrichtungen am Hauptort sind geeignete Flächen zu sichern“.

Bewertung

Im Prinzip sind alle wesentlichen Gemeindeeinrichtungen in Otterfing vorhanden. Mit einer weiteren, wenn auch moderaten Entwicklung des Ortes wären aber zusätzliche Einrichtungen im gesellschaftlichen und sozialen Bereich sinnvoll, deren Realisierung wünschenswert. Darüber hinaus bedarf das über 30 Jahre alte Sportzentrum langfristig einer Sanierung bzw. einer Erneuerung. Die qualitativen Anforderungen, die an Angebote des Gemeinwesens und an die Gesellschaft gestellt werden, wachsen. Dies beeinflusst auch die Attraktivität des Ortes und den Zusammenhalt der Bevölkerung. Es darf davon ausgegangen werden, dass der Wandel im Sozial- und Freizeitverhalten langfristig die Nachfragesituation ändern wird.

Die demographische Entwicklung und die Tendenz zu kleineren Familienstrukturen verlangen eine Berücksichtigung der sich ändernden Faktoren. Derzeit stagnieren die Kinder- und Schülerzahlen, die Tendenz in der Zukunft zeigt eher nach unten. Die Auslastung der Schule (jetzt nur noch Grundschule) und der Kindergärten ist derzeit noch gesichert. Es ist zu hoffen, daß unter Zugrundelegung der Planung zur Ortsentwicklung die Bevölkerungsstruktur weiterhin stabil bleibt bzw. sich verbessert und damit die Auslastung der Schule und der Kindergärten bestehen bleibt. Nur so kann das bestehende Angebot gesichert werden. Maßgeblich ist aber, daß die Bevölkerungsentwicklung des Ortes weitgehend über junge Familien mit Kindern gesichert wird. Dies kann durch Zuzug gestützt werden.

Bezüglich des Betreuungsangebotes für Kinder und jugendliche Schüler werden auf die Gemeinde, auch wegen erwarteter gesetzlicher Änderungen neue Aufgaben zukommen. Insbesondere fehlt ein Hortbereich. Hier müssen Untersuchungen für derartige Bedarfe bei der Bevölkerung angestellt werden und die örtlichen Unterbringungsmöglichkeiten im Kindergarten- / Schulbereich betrachtet werden.

Das Vereinsleben in Otterfing ist gut ausgeprägt. Vorhandene Aktivitäten und jährlich wiederkehrende Ereignisse wie Sportveranstaltungen, Kulturwoche, Dorffeste und Musikveranstaltungen sind zu erhalten und zu fördern. Nicht unerheblich ist dabei die Jugendbetreuung in Vereinen und in kirchlichen Ein-richtungen. Für die Veranstaltungen werden je nach Bedarf und Zugänglichkeit das Sportzentrum, das Pfarr- und Trachtenheim, die Schulaula aber auch Festzelte und ggf. Räume in Gasthäusern genutzt.

Die gemeindlichen Einrichtungen sind hinsichtlich der Sportmöglichkeiten nicht ausreichend. Es ist auch zu berücksichtigen, dass die Sporteinrichtungen (Hallen) keine ordnungsgemäßen Wettkampfmaße aufweisen. Leider wurde über eine lange Zeit versäumt, ein zukunftsträchtiges Gesamtkonzept zu verfolgen, so daß heute an unterschiedlichen Orten Sport betrieben wird (Sportzentrum, Turnhalle Schule, Tennis- / Freizeitanlage, Ausweichung nach Holzkirchen). Damit ist eine örtliche Konzentration der Sportstätten, auch aus wirtschaftlicher und organisatorischer Sicht nicht gegeben. Zukünftig ist dies wohl auch nicht mehr realisierbar. Eine Entscheidung, die bestehende nördliche Sportanlage zu sanieren oder neu zu bauen, steht an. Erste Abschätzungen liegen nach Aussage der Gemeinde vor.

Es ist davon auszugehen, dass die Anzahl der älteren Bürger auch in Otterfing zunehmen wird, so dass auch hier ein steigender Betreuungsbedarf dieser Bürger zu erwarten ist. Darüber hinaus wird mittelfristig auch der Bedarf an Wohnplätzen für ältere Bürger ansteigen. Dies könnte über ein Seniorenheim, Wohnen in Mehrgenerationenbereichen oder durch betreutes Wohnen abgedeckt werden. Derartige Wohnmöglichkeiten existieren in Otterfing nicht. Bislang liegen für zukünftige Anforderungen keine Schätzungen vor. Diese sind zu erarbeiten.

Ein allgemeiner, jederzeit zugänglicher Treffpunkt für Jung und Alt als Begegnungsstätte (Bürgerhaus) existiert in Otterfing nicht. Auch wenn die finanzielle Situation der Gemeinde eine baldige Lösung hierzu nicht zulässt, so ist zumindest eine Klärung und Einplanung für eine derartige Einrichtung angezeigt.
Dies könnte ein Beitrag zur Stärkung des Ortszentrums im Süden des Rathauses sein (siehe auch Pkt. III / 3. - Innenbereich). Der Platz um den Maibaum und die Einflüsse der anliegenden B13 sind einzubeziehen (siehe auch Pkt. III / 7. - Verkehr).

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Das gemeindeeigene Leitneranwesen, möglicher Standort für ein Gemeindehaus (dahinter das Rathaus)

Ziele

Für den Erhalt der Grundschule ist eine kontinuierliche und nachhaltige Stützung junger Familien erforderlich.

Erweiterung des bestehenden Betreuungsangebotes mit einer möglichen ganztägigen Betreuung für Schüler nicht nur der Grundschule soll über die Zeit verbessert werden (Hort).

Das Betreuungsangebot für Kinder von 3 - 6 Jahren ist ausreichend. Die Betreuung von Kleinkindern bis 3 Jahren ist ggf. zu erweitern.

Mittelfristig eine Begegnungsstätte für Jung und Alt mit offenem Zugang für alle Bürger schaffen. Mögliche Nutzung:

  • Räume für Vereinstreffen.
  • Musikübungsräume.
  • Kleinere Kulturveranstaltungen, Vorträge.
  • Unterbringung Senioren- / Sozialberatung.
  • Raum für eine ständige Ausstellung zur Ortschronik (wie anlässlich „1000 Jahre Otterfing“ gezeigt).
  • kleines Café / Imbiss für Aufenthalt und Veranstaltungen.
  • Gemeindebibliothek, Internetzugang.
  • VHS – Räume.
  • Betrieb der Einrichtung über Initiativen von ehrenamtlich tätigen Bürgern und / oder einer selbsttragenden gemeinnützigen Organisation.

 

Das Sportzentrum genügt nicht mehr den heutigen Anforderungen, es ist mittelfristig einer Sanierung zu unterziehen oder ein Neubau zu verwirklichen.

Bei zukünftigen Siedlungs- / Bauvorhaben ist der demographischen Entwicklung (steigende Anzahl älterer Bürger) Rechnung zu tragen. 

Die Bestrebungen für einen „Veranstaltungsstadel“ sollten weiter vorangebracht werden.

Weitere Förderung und Unterstützung örtlicher ehrenamtlicher Tätigkeiten.

Empfohlene Maßnahmen

Eine Untersuchung durch die Gemeinde soll klären, ob und in welchem Umfang Bedarf für die Betreuung von Kleinkindern und einer Ganztagsbetreuung von Otterfinger Schülern (unter Berücksichtigung der gesetzlichen Rahmenbedingungen) besteht. Ebenso ist die Frage der Trägerschaft und die Wirtschaftlichkeit zu klären. Eine mögliche Nutzung von Räumen der Schule und/oder Kindergarten ist mit ein zu beziehen.

Eine Initiative des Landkreises zur Schaffung / Ausbau von Tagesmütterstellen ist zu beachten.

Die Bewertung von notwendigen Maßnahmen zur Situation des Sportzentrums ist dringend einzuleiten. Dabei sollten folgende Fragen einbezogen werden:

  • Sanierung der Anlage oder Neubau (an welcher Stelle?).
  • Nutzung des bisherigen Sportgebietes bei Ortswechsel.
  • Neue Form der Trägerschaft ist zu entwickeln. Rechtliche Situation, Eigentumsfragen, Möglichkeiten für Zuschüsse zur Sanierung / Neuanlage sind zu untersuchen.
  • Gemeinde soll nicht mehr als Verpächter und Träger laufender Kosten auftreten.

 

Die mittel- / langfristige Errichtung eines Bürgerhauses für die oben beschriebene Nutzung ist im Rahmen des Entscheidungsprozesses der Ortsentwicklung zu bewerten, vorzusehen und in die Planungen für ein Ortszentrum aufzunehmen. Dabei ist hier ebenfalls die Frage der Trägerschaft und eines Betreibers zu klären. Auch ist die Wirtschaftlichkeit einer derartigen Einrichtung zu bewerten. Abstimmungen mit kirchlichen Einrichtungen sind durchzuführen.

Bezüglich der Realisierung von Einrichtungen für ältere Bürger zu Wohn- / Betreuungsmöglichkeiten und / oder generationsübergreifendem Wohnen, muß die Gemeinde die entsprechenden Planungen einleiten und notwendige bedarfsbezogene Flächen am Hauptort einplanen bzw. sichern. Investoren und Bauträger sind für die mögliche Realisierung derartiger Projekte zu ermuntern. Belegungs- und Wohnrechte für Otterfinger Bürger sowie weitere Fördermöglichkeiten sind zu sichern.

Bezüglich des Bedarfes an Einrichtungen für ältere Bürger soll durch die Agenda 21 eine Bedarfsermittlung in Otterfing durchgeführt werden. Bewertungen zusammen mit Experten wären hilfreich.

Die Gemeinde soll die Bestrebungen der Vereine für einen Veranstaltungsstadel mit Unterbringungsmöglichkeiten für entsprechendes Material weiterhin unterstützen. Möglichkeiten zur Realisierung sind zu untersuchen und zu fördern.

Die ehrenamtliche Tätigkeit von Bürgern in Vereinen und Organisationen sollte über Ehrungen, Verleihung von Anerkennungsschreiben, Büchern, Bürgermedaillen etc. anerkannt werden.

Bei der Vorbereitung und Abwicklung der Entscheidungsprozesse ist eine stärkere Bürgerbeteiligung vorzusehen.

2.4 Wohnen
 

Entwicklungsziel: Die Wohnsiedlungstätigkeit soll sich auf den Hauptort konzentrieren und vorrangig der ortsansässigen Bevölkerung bzw. der Arbeitsbevölkerung künftiger in Ziff. 2.2 genannter Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe (Harmonisierungsgebot) dienen. Der Suburbanisierung ist dabei durch geeignete Wohnformen zu begegnen.“

Bewertung

Wie erwähnt, hat sich die Otterfinger Bevölkerung seit 1960 in etwa verdreifacht. Die möglichen Erweiterungen in den nächsten Jahrzehnten sind unter Pkt. 1 gezeigt. Die attraktive Lage Otterfings, mit der Nähe zu starken Siedlungsräumen von und um München aber auch zu Holzkirchen und dem landschaftlichen Umfeld führte zu einer starken Verteuerung der Baulandpreise. Das Wachstum war von der Gemeinde nur schwer zu beeinflussen. Diese Tendenz konnte bis dato nicht überwunden werden.

Mit Einheimischenprogrammen war ein gewisses Gegensteuern möglich, aber auch hier war das Preisniveau nicht gerade für kleine Geldbeutel geeignet. Die Chance, Wohnen und Arbeit (in München) und Freizeit miteinander zu verknüpfen, macht Otterfing sehr attraktiv. Der Bedarf wird deshalb wachsen, soll aber entsprechend den Zielen und Empfehlungen nach Pkt.1 (Bevölkerungsentwicklung) kanalisiert werden. Da nur so eine Entwicklung wie bisher zu vermeiden ist, muß mit den verfügbaren Ressourcen haushälterisch umgegangen werden. Vor allem im Innenbereich (siehe auch Pkt. 3.) ist noch Erweiterung und Verdichtung möglich. Neben Häusern sollten dabei auch Wohnungen (Miete, Eigentum) eingeplant werden die von jungen Otterfinger Familien oder Einzelpersonen finanziert werden können. Die Gemeinde sollte alles unternehmen, um Baubewerber / Investoren in diese Richtung zu steuern. Dafür sind entsprechende Vorgaben zu schaffen. Unabhängig davon sollten über die Zeit weitere Einheimischenprogramme, die Anwendung des Otterfinger Vertrages oder neue Formen der Förderung von Wohneigentum (Erbbaurecht) für junge Otterfinger durchgeführt werden.

Mit dem Ansteigen des Altersdurchschnitts bzw. dem wachsenden Anteil älterer Menschen findet bei Auszug der Kinder oder dem Tod des Ehepartners eher ein rückgerichteter Bedarf an Wohnfläche statt. Nicht selten bewohnen alleinstehende Personen Häuser oder große Wohnungen. Im Falle der Schaffung von Betreuungsangeboten könnten diese älteren Menschen verstärkt in alternativen Wohnmodellen in Otterfing ihren Lebensabend verbringen. Der durch die Senioren freiwerdende Wohnraum könnte wieder voll genutzt werden. Für die Senioren wären Wohngruppen im Rahmen eines betreuten Wohnens denkbar. Es könnten aber auch generationsübergreifende Wohnprojekte - MGH (Mehrgenerationenhaus) gefördert und realisiert werden. Dabei handelt es sich um altengerechte Wohnungen, die in Bereichen mit Familien integriert sind. Der Vorteil ist, dass damit aktive Zentren für Jung und Alt geschaffen werden. Freiwilliges Engagement, Hilfe zur Selbsthilfe, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Förderung von Kindern und Jugendlichen können so realisiert werden.

Der Zusammenhang zwischen der Erstellung neuen Wohnraumes und der gleichzeitigen Schaffung von Arbeitsplatzangeboten am Ort ist von wesentlicher Bedeutung. Bei Ausweisung neuer Siedlungsbereiche ist auf die gleichzeitige Neuansiedlung von Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben hinzuwirken und über die Bauleitplanung zu steuern. Dies gilt allerdings auch für den Erhalt bzw. die Umgestaltung bestehender Betriebe und Wohnungen im Hauptort, soweit dies durch Umnutzung, Ersatzbauten und überlegte Nachverdichtung möglich ist. Nur so kann einer Suburbanisierung (Ausweichens der Bevölkerung und Gewerbe in Randbereiche) entgegengewirkt werden.

Ziele

Wohnraum ist für alle Bevölkerungsschichten insbesondere für Familien mit Kindern und ältere Bürger zu realisieren.

Es ist sicherzustellen, dass eine Nachverdichtung für Wohnungen, Häuser und Betriebe am Hauptort ortsverträglich verläuft.

Der Zusammenhang zwischen Erstellung neuen Wohnraums und der gleichzeitigen Schaffung von Arbeitsplätzen ist zu beachten und vorzugeben.

Die Ausweitung von Wohngebieten in den Ortsteilen muß sich auf vorhandene Rechtsgrundlagen beschränken.

Bei Ausweisung neuer Siedlungsgebiete in ferner Zukunft sind die Aspekte der Verkehrsabwicklung (S-Bahn, Verkehrswege) zu beachten

Empfohlene Maßnahmen

Erneut ein bedarfsgerechtes Einheimischenmodell für Otterfinger Bürger, insbesondere für junge Familien, planen und realisieren. Über Zwischenerwerb von Bauland durch die Gemeinde sollen Baugrundstücke nur für Einheimische vergeben werden.

Rechtzeitig Bebauungspläne für Problembereiche (auch für Ortsteile) erstellen. Soweit auf Grund des Baurechtes möglich, ist auf die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen hinzuwirken.

Planungen für zukünftige Wohnmöglichkeiten älterer Bürger durchführen. Dazu sind zunächst Umfragen im Ort zur Erkundung der Interessenslage zu unterschiedlichen Formen (s.o.) und eine Untersuchung zu möglichen Standorten durchzuführen.

Insbesondere ist, auch nach Maßgabe des BMFSFJM , eine ernsthafte Bewertung und Planung für die mögliche Realisierung von MGH’s voranzutreiben. Grundlage könnte ein Aktionsprogramm des genannten Bundesministeriums ab Mitte 2006 sein.

 

3. Entwicklung Innenbereich

Entwicklungsziel: Der Kernbereich des Hauptortes bedarf mittelfristig einer substantiellen Stärkung. Der Bereich Rathaus / Schule / Kindergarten und Kirche soll in Richtung Süden als Ortszentrum weiterentwickelt werden. Die vorhandene Mischnutzung soll dabei gestärkt werden. Umstrukturierungen sollen genutzt werden, um auch für Familien mit Kindern und ältere Bürger das Wohnen im Innenbereich des Hauptortes attraktiv zu gestalten.“

Bewertung

Seit der Entwicklung von Strategien für die Besiedlung spielen die inneren Reserven in den Siedlungsgefügen eine bedeutende Rolle. Der landwirtschaftliche Strukturwandel (Aussiedlung, Aufgabe), der Generationenwechsel, die demographische Entwicklung sowie der wirtschaftliche Druck auf Gewerbe und Einzelhandel (raus aus dem Ort), führt zu einem Attraktivitätsverlust der Ortskerne. Demgegenüber steigt die Tendenz zur Siedlungs- und Gewerbetätigkeit, mithin der Flächenverbrauch an den Ortsrändern und im Außenbereich weiter an. Landesplanerische Vorgaben geben Hinweise zur Umkehrung dieser Verhältnisse.

Der Rahmenplan zur Ortsentwicklung Otterfings berücksichtigt die Forderung nach einer Stärkung des Innenbereiches am Hauptort. Auch enthalten entsprechenden Gesetze (§ 1a BauGB), das „Landesentwicklungsprogramm Bayern / LEP-2003“ sowie das „Kommunale Flächenressourcen - Management - 2003“ Forderungen und Hinweise, die auf die Nutzung der Flächen im Innenbereich und auf die Verringerung der Inanspruchnahme von Grund und Boden im Außenbereich abstellen.

Die Nutzung vorhandener Baulücken und leerstehender Bausubstanzen sowie die Umnutzung ehemaliger Hofstellen ist vorrangiges Ziel der Ortsentwicklung. Auf die sich dabei ergebenden Einsparpotenziale bezüglich der Infrastruktur - anders als bei der Außenentwicklung - braucht nicht näher eingegangen werden.

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Schrottplatz in der Nähe des Bahnhofs, Planungen für eine Wohnbebauung laufen seit Jahren

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Dieser Hof ist am Hauptort weitgehend aufgelassen. Auch hier ist die Bebauung mit
Wohneinheiten und Geschäften seit langer Zeit in Vorbereitung.

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Nördlich des Rathauses / Feuerwehr: Seit Jahrzehnten eine aufgelassene Tankstelle.

Mit der Vorlage des Rahmenplanes liegen die Grundlagen für ein „Kommunales Flächenmanagement“ vor, sie sind durch die Gemeinde weiter zu entwickeln. Auf diese Weise sind alle Informationen über verfügbare Baubereiche stets aktuell zur Hand und für laufende Planungen nutzbar.

Zur Belebung des Innenbereiches beschreibt das obige Entwicklungsziel eine Ausweitung des gemeindlichen Ortszentrums im Süden von Schule / Rathaus / Kirche. Unter Pkt. 2.2 und 2.3, Gewerbe / Dienstleistungen und Gemeinbedarfseinrichtungen, sind dazu mögliche Maßnahmen genannt. Um Entscheidungsgrundlagen zu erlangen, müsste der Gemeinderat eine weitergehende Untersuchung beauftragen, um die Aspekte für ein Ortszentrum in Bezug auf die Themen Verkehr, Einzelhandel (auch entlang der B13), Gemeinbedarfseinrichtungen und Gewerbe besser beurteilen zu können. Eine entsprechende Bürgerbeteiligung über das Bürgerforum ist dabei zu berücksichtigen.

Ziele

Vorrangiges Ziel bei Baumaßnahmen ist die Realisierung von Nutzungsmöglichkeiten im Innenbereich.

Parallel zur derzeitigen Rechtslage sind auch Nachverdichtungen im Innenbereich zu ermöglichen.

Eine Nachverdichtung schließt ebenso die Nutzung freier, auch noch nicht überplanter, großzügig bebauter oder brachliegender Flächen ein. 

Die Realisierung mehrgeschossiger Häuser, unter Berücksichtigung individueller- und flächensparender Bauformen, sind ggf. zuzulassen.

Im Ort sollen wieder verstärkt Einzelhandelsgeschäfte und Gewerbebetriebe angesiedelt werden (s. auch Pkt. 2.2).

Die noch vorhandenen landwirtschaftlichen Betriebe sind im Ort zu halten.

Wenn sich Gelegenheiten bieten, sollte die Gemeinde in Grundstücke / Gebäude im Innenbereich für Gemeinbedarf investieren.

Im Rahmen der Planungen für ein erweitertes Ortszentrum ist auch das Gebiet um den St.-Georgs-Platz und der Bereich der B13 im Hauptbereich einzubeziehen.

Um die Aufwertung des Ortszentrums zu erreichen, ist gleichzeitig eine Lösung des Problembereiches B13 erforderlich. Der Maibaumplatz ist dabei zu berücksichtigen.

 Das Thema Verkehr im Ortszentrum ist unter Pkt. 7 behandelt.

Empfohlene Maßnahmen

Die mit dem Rahmenplan entstandene Statistik lässt einen Ausschöpfungszeitraum im Innenbereich von 12,5 bis 25,7 Jahren (s. Pkt.1) zu. Die erfaßten Bau- / Nutzungsflächenpotentiale zur Kontrolle der Zeithorizonte fortschreiben und der Öffentlichkeit z.B. in Bürgerversammlungen darlegen.

Die Eigentümer der potentiellen Nutzungsflächen im Innenbereich auf Umsetz- und Realisierbarkeit ansprechen.

Für die Planung des Ortszentrums (südl. Rathaus - Bürgerhaus, Kirchenvorplatz, Bereich Sankt-Georgs-Platz, Maibaumplatz, Einbezug B13, Verkaufszonen, Grünbereiche) sollte ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben werden.

Bei den erwarteten Planungen für ein erweitertes Ortszentrum ist das Bürgerforum einzuschalten.

4.
Entwicklung Außenbereich

Entwicklungsziel: Streubebauung und Zersiedelung sind zu vermeiden. Die Ortsteile Bergham, Wettlkam, Palnkam und Holzham sind in ihrem eigenständigen städtebaulichen Charakter zu erhalten. Durch ein nachhaltiges flächenressourcenschonendes Flächenmanagement - insbesondere für den Hauptort - sollen die zusammenhängenden landwirtschaftlichen Flächen innerhalb der Rodungsinsel gesichert werden.“

Bewertung

Unter Zugrundelegung der vorerwähnten, moderaten Bevölkerungsentwicklung in Otterfing, soll eine Erweiterung der Wohnbereiche nach außen nur dann erfolgen, wenn die innerörtlichen Möglichkeiten ausgenutzt sind. Damit sollen auf der einen Seite vorhandene Baumöglichkeiten im Innenbereich genutzt und auf der anderen Seite eine in den Randbereichen ausufernde Siedlungsentwicklung verhindert werden. Dies gilt nicht nur für den Hauptort sondern auch für die Ortsteile von Otterfing.

Siedlungen sollen sich als kompakte Raumeinheiten entwickeln. Die geschlossenen Ortsstrukturen sind zu erhalten. Die Abgrenzung der einzelnen Ortsteile muß bestehen bleiben, sie dürfen nicht regellos ineinander wachsen. Die bereits bestehenden, bandartigen Bebauungen entlang von Verbindungs-straßen der Ortsteile, dürfen keinesfalls weitergeführt werden. Für allgemeine Wohnzwecke sind Streusiedlungen und kleinräumige Siedlungssplitter grundsätzlich zu vermeiden (siehe auch Entwicklungsziel). Besonders gut einsehbare Landschaftsteile (Höhenrücken, Kuppen, Hanglagen) sind nicht weiter zu bebauen.

Die angestrebte Bebauung, d.h. die Verdichtung im Innenbereich bedarf der Mitwirkung der privaten Eigentümer und ist nicht in allen Bereichen durchführbar. Es wird deshalb, sollte Otterfing ein gewisses Wachstum beibehalten, auch um die Ausweisung neuer Wohngebiete gehen, die entsprechend dem verabschiedeten Rahmenplan heute noch im Außenbereich liegen. Um die städtebaulichen Ziele zu erreichen, ist eine aktive und kooperative Bodenpolitik zu betreiben. Das Bau - Gesetzbuch (BauGB) bietet dazu den Gemeinden Möglichkeiten, entweder aus gemeindeeigenen Flächen heraus oder gemeinsam mit privaten Eigentümern eine zielgerichtete bzw. abgestimmte Baulandentwicklung vorzunehmen. Im Falle von Neuausweisung neuer Wohnbereiche in Randbereichen ist sicherzustellen, dass diese nicht mit der funktionalen Bedeutung des Ortskernes konkurrieren (z.B. größere Einkaufbereiche).

Ziele

Die Ortsteile Bergham, Wettlkam, Palnkam und Holzham sind in ihrer Ausdehnung und Abgrenzung gegenüber dem Hauptort zu erhalten.

Der langfristige Bedarf an Ausweisungen hat sich grundsätzlich am Bedarf der ortsansässigen Bevölkerung zu orientieren.

Die bandartige Siedlungsentwicklung entlang der Palnkamerstr. darf auf keinen Fall weitergeführt werden.

Die heute (noch) bestehenden Freiflächen zwischen und um die Ortsteile sind ortsprägend und freizuhalten.

Keine Zersiedlung im Außenbereich.

Empfohlene Maßnahmen

Die mögliche Siedlungsentwicklung im Außenbereich ist nachrangig zur Entwicklung im Innenbereich zu bringen. Entsprechende Strategien sind zu erarbeiten.

Die aus der OE resultierende Nachfrage nach Wohnbauland und Gewerbeflächen, soll durch eine vorausschauende Flächensicherung bzw. Flächenvorhaltung gesichert werden.

Eine Ausweitung der Ortsteile soll ausschließlich über vorhandenes Baurecht möglich sein.

Neuausweisungen im Außenbereich sind auf den konkret absehbaren Bedarf zu begrenzen. Infrastrukturmaßnahmen der Gemeinde sind ausschließlich durch die entsprechenden Antragsteller / Bauwilligen zu tragen.

Im Rahmenplan geplante Zonen als Gliederungselemente zwischen einzelnen Ortsteilen (auch entlang Straßen) sind festzuschreiben.

Baulandwidmungen für nicht landwirtschaftliche Zwecke in Bereichen bäuerlicher Hofstellen im Außenbereich sind abzulehnen.

5.
Baustruktur und Energie

5.1 Baustruktur

Entwicklungsziel: „Die vorhandenen ortsbildprägenden Strukturbausteine sollen in ihrer städtebaulichen Qualität erhalten werden. Bei Neu- und Umbauten sind diese ortsbildprägenden Strukturen zu berücksichtigen.“

Bewertung

Das frühere Dorfbild hat sich in den letzten 40 Jahren durch die Abnahme der landwirtschaftlichen Betriebe und den starken Siedlungsaufbau erheblich verschoben. Im Hauptort bestehen, neben einigen noch verbliebenen, schützenswerten Bauern- und alten Wohngebäuden, durchgrünte Wohnbereiche mit Ein-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser sowie Gebäude für Gewerbe und öffentlichen Bedarf (Rathaus, Kirche, Schule, Kindergarten). Die Ortsteile haben noch einen begrenzten dörflichen Charakter bewahrt.

Wohngebiete sollen auch ein sichtbares Zeichen der Siedlungskultur sein. Dies gilt nicht nur für die alten Bereiche, sondern auch für gänzlich neu entwickelte Bauwerke und Freiräume wobei eine zeitgemäße Gestaltung durchaus erwünscht ist. Dabei sind öffentliche Plätze und Straßenräume in die Planungen mit einzubeziehen. 

Beispiele von Gebäuden und umliegenden Gebieten in Otterfing werden nachfolgend gezeigt:

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Im Ortszentrum von Otterfing befinden sich das Rathaus, die Pfarrkirche St. Georg
mit Friedhof, leider getrennt durch die sehr befahrene B 13.

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Beim „Haidkramerl“ an der Palnkamerstr (1. Hälfte 18. Jahrh.).
Ein gutes Beispiel für den Erhalt historischer Gebäude.

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Auch am Hauptort zu finden: Der Stroblhof mit schöner Lüftlmalerei.

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Ein weiteres Beispiel für schöne alte Höfe (Mitte 18. Jahrh.), leider nicht mehr bewohnt.

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Ein sehr schön restaurierter alter Hof („Beim Kölbl“) am Kölblweg (Mitte 17. Jahrh.)

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Einfamilienhäuser in Bergham: Unauffällig und mit den Gärten schön
in die Landschaft eingebunden.

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Die Kapelle von Palnkam; sie steht unter Denkmalschutz.

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Der Hauptort von Bergham aus gesehen (mit Kindergärten und dahinter die Parrkirche).

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Holzham von Osten gesehen. Links auf einer Endmoräne ein Aussiedlerhof, rechts
im Ortsteil die alte Hofstelle die jetzt mit Wohnungen belegt ist.

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Links befand sich früher der schöne Gasthof „Moser“ mit Festsaal und Biergarten,
heute steht hier ein Wohnhaus mit Bank und Geschäften. Der Platz um den
Maibaum wird hauptsächlich als Parkplatz genutzt.

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Hier war einmal ein Platz - der Sankt-Georgs-Platz. Heute ist dies kein Treffpunkt
mehr, beeinträchtigt durch die B 13.

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Erweiterung des Gewerbegebietes, die Weiterführung der Eingrünung ist dringend notwendig.

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Der Ortsteil Bergham vom Kindergarten aus gesehen. Die Garagen stören
erheblich und sind ebenfalls einzugrünen.

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Zersiedelung? Ein privilegiertes Austragshaus in Bergham.

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Fortschrittliche Ortsplanung? Ein überdimensionierter Wendeplatz der nur Fläche
verbraucht - mit hohem Versiegelungsgrad. Die Anordnung der Garagen ist ebenfalls einfallslos.

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In der Nachbarschaft des schönen Thomahofes entstanden drei Doppelhäuser in
Einheitsarchitektur wie auch an anderen Stellen Otterfings.

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Zu sehen ist die leider über die Jahre entstandene bandartige Verbindung zwischen
dem Hauptort und Palnkam. Sie darf in Richtung Hauptort nicht weitergeführt werden.
Die Häuserzeile ist nach Westen hin einzugrünen.

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 Zwei Beispiele von unfertigen Gebäuden in Otterfing, die seit Jahren
unverändert sind. Die Beendigung der langen Bauphasen ist zu erwirken.

 

Ziele

Wie bereits unter Pkt. 4. aufgezeigt, sind die Ortsteile Bergham, Wettlkam, Palnkam und Holzham in ihrer Ausdehnung und Abgrenzung gegenüber dem Hauptort zu erhalten.

Soweit noch vorhanden, ist der dörfliche Charakter bzw. die Struktur alter Gebäude, auch bei Umnutzung, zu bewahren.

Die Sichtbeziehung zu ortstypischen (alten) Gebäuden ist zu erhalten.

Neubauten im Ortskern und in den Ortsteilen sind in einen übergeordneten Ortsbezug, unter Beibehaltung des ländlichen Charakters, zu setzen.

Aufgelassene Wohn- und Gewerbebereiche sollten saniert und zeitnah für eine neue Verwendung freigegeben werden.

Bauruinen sind zu beseitigen oder fertig zu stellen.

Empfohlene Maßnahmen

Für prägende neue Projekte (Ausweitung Ortszentrum und ggf. Einbeziehung neue Bebauung, Umwidmungen um den St.- Georgs-Platz, B13), sollte ein Architektenwettbewerb, unter Einbeziehung eines Bewertungsgremiums der Bürger, durchgeführt werden.

Bei den Planungen zur Aufwertung des Ortskernes sind die Empfehlungen der Punkte Innenbereich, Gewerbe, Verkehr mit zu berücksichtigen.

Für die zukünftige Entwicklung von Otterfing sollten, in Ergänzung zur OE-Planung, richtungsweisende Vorgaben erarbeitet werden.

Die Gemeinde hat Baubewerber im Sinne der vorgenannten Ziele zu beeinflussen.

Mit Eigentümern bzw. Besitzern sanierungsbedürftiger, halbfertiger oder abzureißender Gebäude, die das Ortsbild beeinträchtigen, sind von der Gemeinde entsprechende Verhandlungen zur Verbesserung der Situation einzuleiten.

Auf Gestaltungsmängel wesentlicher Gebäude in Otterfing sollte hingewiesen werden, aber auch auf gelungene Beispiele.

5.2 Energie

Die verabschiedeten Entwicklungsziele enthalten keine Aussagen zum Thema Energie. Da dieser Punkt aber zukünftig im Rahmen der Ortsentwicklung einen erheblichen Stellenwert einnehmen wird, sind nachfolgend Positionen des AK LAWINE des Bürgerforums und Empfehlungen aufgezeigt.

Leitziel: Für Otterfing sind zukünftig Empfehlungen für zukunftsweisende Energieaspekte in der Bauleitplanung zu berücksichtigen. Bei Vermarktung gemeindeeigener Grundstücke sind entsprechende Kriterien ein „Muß“. Die eingerichtete Stiftung „Energiewende Oberland“ ist aktiv zusammen mit den Stiftungsgründern (Vereine, Bürger, Ldkr., Gemeinden etc.) zu unterstützen.“

Bewertung

„Energiewende Oberland“, unter dieser Überschrift will die Bürgerstiftung mit erneuerbaren Energien und Energieeinsparung bis 2035 die Landkreise Tölz - WOR und MB unabhängig von Energieimporten machen. Aus Otterfing sind einige Bürger, das Bürgerforum / AK LAWINE und die Ortsgruppe des Bund Naturschutzes u.a. Gründungsmitglieder der Stiftung. Die Gemeinde Otterfing unterstützt deren Ziele. Die Stiftungsmitglieder verpflichten sich folgende wesentliche Zielgruppen zu beraten:

  • Besitzer von Häusern und Baugenossenschaften mit dem Ziel von Dämmmaßnahmen und Umstellung der Heizungen auf regenerative Energieformen
  • Land- / Forstwirte, um sie zu Investitionen in den Erwerbszweig Energiewirtschaft zu motivieren
  • Kommunen, die über Kleinwärmenetze, unter Verwendung erneuerbarer Energie, dezentral Wärme anbieten oder realisieren wollen
  • alle Bürger, Handwerker, Handel, Gewerbe und insbesondere Jugendliche, um den Sinn und die Notwendigkeit der Energiewende zu vermitteln.
  • Das Aufgabenfeld bewegt sich in einer großen Breite und betrifft die Solarenergie (Solarthermie und Photovoltaik), Nachwachsende Rohstoffe und Geothermie (Wärmepumpen und Tiefengeothermie) sowie Energieeinsparung und Mobilität.

Der AK LAWINE des Bürgerforums stärkt in vollem Umfang diese Ziele und hat in Otterfing durch Energiemaßnahmen auf der Schule (Initiative Solardach, Unterstützung bei der Errichtung einer Hackschnitzelheizung) und einer Beratungsaktion für Otterfinger Bürger zu Dämmmaßnahmen an Häusern, bereits erfolgreich in diese Richtung gewirkt.

Die Entwicklung energiesparender, neuer Wohngebiete ist ein Feld, in welchem die Gemeinde durch kommunales Handeln direkt Einfluss nehmen kann: z.B. durch entsprechende Beratung von Bauinteressenten. Ebenso bei Ausschreibungen und Ideenwettbewerben, beim Verkauf gemeindlicher Grundstücke (!), über das Satzungsrecht und letztlich beim Bau von Gemeinbedarfseinrichtungen. So können in Otterfing energiesparende Leitlinien festgelegt und Maßnahmen vorgeschrieben werden. Regenerative Energieformen sind nicht nur umweltfreundlich, sondern sie sind auch mittelstandsorientiert, d.h. die Investitionen kommen der Region zugute.

Ziele

Die Siedlungsentwicklung soll grundsätzlich auf sparsamen Umgang mit Energie sowie auf Ausnutzung erneuerbarer Energiequellen ausgerichtet werden.

Maßnahmen zur Energieeinsparung und die wirtschaftlichen Vorteile sind der Bevölkerung darzulegen.

Energie sparen soll bereits bei den Kindern geweckt werden.

Bei neuen Vorhaben, insbesondere bei Verkauf / Verpachtung von gemeindeeigenen Grundstücken, Bau von Gemeinbedarfseinrichtungen aber auch bei privaten Investoren, sind regenerativer Energien einzusetzen.

Energieeinsparung in Gemeinbedarfseinrichtungen weiter steigern und Anreize schaffen.

Empfohlene Maßnahmen

In der Verwaltung sollte ein Beratungsnetzwerk für Bürger zu Energiefragen eingerichtet werden (Alt- / Neubau). Unterstützung durch örtliche Fachbetriebe (?) und Agenda 21 AK LAWINE. Faltblatt mit Informationen auslegen.

Es sind Untersuchungen zum effizienten und innovativen Einsatz neuer Energieformen im Gemeindebereich für bestehende und vor allem für zukünftige Vorhaben einzuleiten (Hackschnitzelheizung, BHKW, Geothermie).

Projekte mit Vorbildcharakter initiieren und Erfolg veröffentlichen.

Bei Verkauf / Verpachtung gemeindeeigener Grundstücke, Vorgaben zum Einsatz regenerativer Energien und Maßnahmen zur Energieeinsparung verbindlich festlegen.

In einer wiederkehrenden Schulaktion sollte das „Energie sparen“ vermittelt werden.

Einsparmöglichkeiten den Mitarbeitern der Gemeinde bewusst machen. In Gemeindeeinrichtungen mehr Energie sparen. Obergrenzen festlegen. Die Hälfte des gesparten Geldes sollte z.B. der Schule und den Kindergärten wieder zugute kommen.

Einen Praktikumplatz für ein freiwilliges ökologisches Jahr einrichten (?).

6.
Grünstruktur

Entwicklungsziel: Die charakteristische Landschaftsstruktur der Rodungsinsel soll durch standortgerechte Bepflanzung von Freiflächen gestärkt werden. Im besonderen Maße sind dabei die Übergänge von Siedlung und Landschaft zu berücksichtigen“.

Bewertung

Otterfing entstand auf einer Rodungsinsel am Rand des Hofoldinger Forstes. Die runde Form ist heute noch gut erkennbar. Kommt man von Norden, sieht man, dass der Ort auf einer Anhöhe liegt, die in der letzten Eiszeit vor 10 bis 20.000 Jahren entstand. Richtung Süden und Westen wird die Landschaft hügeliger, hier liegen die Ortsteile Wettlkam und Heignkam. Nach Osten und Norden ist die Gegend dagegen flach und tiefer liegend und ohne Ansiedlungen, weil früher eher auf Anhöhen gebaut wurde. Feuchtgebiete und Gewässer gibt es in Otterfing nicht. Das Grundwasser befindet sich in etwa 60 m Tiefe (Trinkwasserbrunnen).Gehölze, Baumreihen, Hecken und teilweise sehr alte Einzelbäume sind typische Elemente in der landschaftlichen Flur rund um Otterfing. Sie bieten Lebensraum für heimische Vögel und Säugetiere, schützen die Felder vor Wind und tragen zum Erholungswert der Landschaft bei. 

Im Ort und in den einzelnen Ortsteilen ist die Grünstruktur gut ausgeprägt. Freie Wiesenbereiche dürften im Zuge der Innenentwicklung teilweise überbaut werden. Dabei ist jedoch auf eine hinreichende Bepflanzung der neu entstehenden Wohnbereiche zu achten. Der Schulbereich erhielt vor einiger Zeit einen Natur - Erlebnisgarten, der mit Lehrern, Schüler und Eltern und dem Bund Naturschutz (BN) entstand. Die Wohnbereiche besitzen in der Regel Bewuchs mit heimischen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen. Dabei sind die Vorgaben (Pflanzliste) der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes umzusetzen.

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300 Jahre alte Linde an der Ecke Palnkamer- / Dietramszellerstr.

Otterfing hat sehr viele alte prächtige Bäume, meist Linden. Deswegen wird der Ort auch in den Publikationen als „das bayrische Lindendorf“ bezeichnet.

In den letzten Jahren hat der BN, Ortsgruppe Otterfing, in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und dank Spenden mehrerer Privatpersonen eine umfangreiche Pflanzaktion von zusätzlichen 100 Bäumen / Linden entlang offener Abschnitte der B13 und an nicht bepflanzten Straßenseiten zwischen den Ortsteilen durchgeführt.

In einzelnen Abschnitten der Ortsränder bedarf es einer Eingrünung als Übergang zur freien Landschaft.

Ziele

Vorhandene öffentliche Grünbereiche erhalten, ergänzen und pflegen.

Auf Durchgrünung der bebauten und neuen Wohnbereiche achten (auch im Gewerbegebiet).

Die Begrünung der privaten Gärten und Freiflächen soll nach ökologischen und standortgerechten Gesichtspunkten erfolgen.

Soweit auf öffentlichen Plätzen eine zu starke Versiegelung besteht, sollte diese zurückgeführt werden (siehe auch Pkt. 7).

Empfohlene Maßnahmen

Der im Rahmen der OE entstehende Grünordnungsplan ist konsequent umzusetzen.

Die Begrünung ist im Kernbereich des Ortes bei einer Umgestaltung eines neuen Ortszentrums zu ergänzen. 

Eine Satzung zur ortsverträglichen Begrünung ist zu erstellen. Grundlage sind die Pflanzlisten der Unteren Naturschutzbehörde.

Bei Neubauvorhaben mit mehreren WE und bei gewerblichen Maßnahmen soll, soweit noch nicht geregelt, ein Freiflächengestaltungsplan Pflicht werden.

Hausbesitzer und Bauwerber sind zur standortgerechten Bepflanzung mit heimischen Bäumen, Hecken und Sträuchern durch die Verwaltung zu beraten. Die Umsetzung ist zu überprüfen.

Rückführung von großflächigen Versiegelungen mit wasserdurchlässigem Belag.

Bereiche am Ortsrand und des Gewerbegebietes benennen, die einer Eingrünung bedürfen. Verhandlungen mit den Eigentümern zur Ausführung anstrengen.

Überprüfen, ob das Biotopnetz (Hecken, Feldraine, Feldgehölze, Gewässer) ausreicht bzw. weiter zu entwickeln ist.


7.
Verkehr

Entwicklungsziel: „Mittelfristig ist die B13 im zentralen Bereich von Otterfing in ihrer Aufenthalts- und Erschließungsqualität nachhaltig zu stärken. In den einzelnen Quartieren sollen Mischflächen ein gleichberechtigtes Miteinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer gewährleisten. Zwischen den Quartieren sind durchgängige Radwegeverbindungen zu entwickeln“.

Bewertung

Die Bedeutung des Verkehrs für die Ortsentwicklung ist vielschichtig. Auf der einen Seite sind gute Verkehrsfunktionen gewünscht, während auf der anderen Seite die Belastungen durch den Verkehr so gering wie möglich sein sollen.

Die Bundesstraße B13 bildet neben den verkehrlichen Belastungen auch eine räumliche Zäsur, da sie Otterfing in Nord / Süd-Richtung teilt. Derzeit hat der starke Durchgangsverkehr auf der B13 „Vorfahrt“ der nicht werktags, sondern ebenso am Wochenende besteht und stetig zunimmt, bedingt durch den Ausflugsverkehr in die südlichen Erholungsgebiete.

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Die B 13 als Problembereich Nr. 1 von Otterfing. Die Belastung ist enorm und ist zurückzuführen.

 

Die B13 wird im Ortszentrum durch die MB 5 (Dietramszellerstr. - Kreuzstr.) gekreuzt, über die im wesentlichen Verkehr aus dem nordöstlichen Teil des Landkreises Tölz-Wolfratshausen über Otterfing nach Holzkirchen und Sauerlach geleitet wird.

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Die MB 5 (Dietramszellerstr.) am westlichen Ortsanfang.
Die Straße lädt förmlich zum schnell fahren ein.

In der 36. Änderung des Flächennutzungsplanes des Marktes Holzkirchen ist in einem darin enthaltenen Erläuterungsbericht mit Gutachten u.a. dargelegt, daß in 2003 der Verkehrsumfang auf der B13, Richtung Otterfing, eine 24 h-Belastung von 11.500 Kfz aufwies. D.h., daß dieser Verkehrsstrom auch Otterfing betrifft und durch den innerörtlichen Verkehr noch zusätzlich belastet ist. Zum heutigen Zeitpunkt ist der tägliche Verkehr über die B13 in Otterfing sicherlich noch höher. Durch die vom Markt Holzkirchen nunmehr beschlossene Nordumgehung für Holzkirchen und dem Anschluß an das bestehende Gewerbegebiet, wird wohl auch ein zusätzlicher Verkehrsstrom über die B13 von und in Richtung Otterfing zu erwarten sein der jedoch ermittelt werden müßte. Unabhängig davon dürfte jedoch der Verkehr durch Otterfing seit 2003 um etwa weitere 1.000 KFz / 24 h gewachsen sein. Auch wenn diese Zahl nicht durch neuere Gutachten bestätigt ist, so ist für die Otterfinger Bevölkerung mit weiterer Erhöhung der Emissionsbelastung zu rechnen.

Insgesamt ist der Durchgangsverkehr eines der großen Kernprobleme von Otterfing und lässt die Gestaltung eines Ortskernes in der jetzigen Konstellation nur schwerlich zu. Auch ist die B13 im Ortsbereich durch ihre heutige Straßenraumgestaltung als sehr ungünstig einzustufen. Die Aufenthaltsqualität im Bereich der B13 ist zwangsläufig zu verbessern.

Um das bestehende und sich vermutlich weiter verschärfende Problem des Durchgangsverkehres der Bundesstraße in Otterfing in den Griff zu bekommen, wäre zwar eine Umgehungsstraße vorteilhaft, derartige Planungen sind wegen des Flächenverbrauchs und Landschaftszerstörung jedoch nicht verantwortbar. Dennoch sollte Otterfing eine Beauftragung eines zukünftigen Verkehrskonzeptes im Rahmen der Fortführung der Ortsentwicklung einplanen und eine sukzessive Umsetzung der dann empfohlenen Verbesserungen anstrengen. Ziel muß dabei sein, dass das Befahren der B13 über Sauerlach - Otterfing - Holzkirchen für den überregionalen Durchgangs- und Lastverkehr keine Alternative zur parallel verlaufenden A 8 darstellt. Um dies zu stützen, sollte die ohnehin schon auf der Autobahn A995 (in München - Giesing beginnend) bis zur Ausfahrt Sauerlach der A 8 verlaufenden „B13 neu“, bis zur Ausfahrt Holzkirchen weitergeführt werden. Durch die Zurückstufung der jetzigen B13 könnte sowohl für Otterfing als auch für Sauerlach und Holzkirchen der Durchgangsverkehr erheblich reduziert und die Aufenthaltsqualität in den Ortszentren wesentlich verbessert werden.

Der innerörtliche Verkehr wird neben der B13, insbesondere über die Dietramszellerstr., Palnkamerstr., Berghamerstr., Kreuzstr., Bahnhofstr. und die Zufahrt zum Gewerbegebiet abgewickelt. Dabei stellt die Dietramszellerstr.- Kreuzstr. (MB 5) einen weiteren Problembereich dar. Vom westlichen Ortseingang bis zur B13 verleitet die Straße durch ihren sehr geraden Verlauf und ihrer Breite zum schnellen Fahren. Am Ortseingang fehlen optische Einengungsmerkmale zur Geschwindigkeitsreduzierung. 

Wie bereits in weiten Bereichen realisiert, soll die Geschwindigkeitsbegrenzung, mit Ausnahme der B13 und der MB 5, auf den gesamten Ortsbereich auf 30 km/h ausgedehnt werden.

Für den innerörtlichen Bereich sollten auch alle Vorfahrtsberechtigungen abgeschafft werden. Es gelte dann nur noch Rechts vor Links.

Generell ist die Sicherheit nichtmotorisierter Verkehrsteilnehmer unzulänglich. Es gibt keine Radwege im Ortszentrum entlang der B13 und der wichtigen Verbindungsstrassen, jedoch Fußwege, allerdings mit zu hohen Bordsteinen und somit Problemen für Personen mit Kinderwagen und für Behinderte / Rollstuhlfahrer.

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Eine ansprechende Lösung: Berghamerstr. Bereich beim Kindergarten,
Tempo 30, keine Vorfahrtsstraßen, Randsteine nur dort wo erforderlich.

Die Fußwege entlang der B13 sind zu schmal und es fehlen Querungsstellen. Die Radfahrer nutzen Wege und Straßen teilweise gemeinsam mit Fußgängern oder dem Autoverkehr. Radabstellplätze sind ausreichend am S-Bahnhof und bei den Gemeinbedarfseinrichtungen vorhanden.

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Ein gutes Beispiel: Weg von Holzham nach Norden. Hier hat man das Gefühl
in der Landschaft zu sein, und ist nur ein paar Schritte vom Hauptort entfernt.

Otterfing muß in das Fuß- und Radwegenetz am Hauptort investieren, auch wenn dies nur über einen längeren Zeitraum und bei einer ohnehin notwendigen Straßensanierung zu realisieren ist.

Hervorzuheben ist das durch den AK Verkehr bereits geschaffene Wanderwegenetz in und um Otterfing mit einem guten Wegweisersystem (siehe Anlage 3).

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Der AK Verkehr des Bürgerforums hat in Otterfing ein zusammenhängendes
 Wegweisersystem geschaffen

 

Das Wegenetz lädt die Bürger Otterfings und Menschen aus dem nahen Münchner Raum zum Wandern in und um Otterfing ein. Darüber hinaus bestehen in Otterfing bereits schöne Fußwege abseits des Straßennetzes.

Otterfing liegt mit eigenem Haltepunkt, an der S-Bahnstrecke S 5, Holzkirchen - München – Herrsching.

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Die S-Bahn nach München, wichtigste Verkehrsverbindung.
Sie trennt allerdings den östlichen Teil des Hauptortes ab.

Die Verbindung stellt eine sehr gute Alternative sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus ökologischen Gründen zum motorisierten Verkehr dar. Darüber hinaus ist es gelungen (BM mit Unterstützung AK Verkehr), den Haltepunkt auch durch die BOB zu nutzen. Morgens und mittags hält die BOB insbesondere für die Beförderung Otterfinger Schüler nach Miesbach und Tegernsee. Der AK Verkehr hat hierzu durch Bürgerbefragungen erheblich zu dieser Realisierung beigetragen.

Die nachfolgend genannten Ziele und möglichen Maßnahmen zur Umsetzung der Verkehrsthemen sind, wie auch bereits oben dargelegt, selbstverständlich von der wirtschaftlichen / finanziellen Machbarkeit durch die Gemeinde abhängig. Wichtig ist aber zunächst, dass der Gemeinderat sich zu den Zielsetzungen bekennt und erste Schritte zur Realisierung (Planung) einleitet. Gerade im Straßenbereich sind dabei einzelne Aufgaben abhängig von ohnehin anstehenden Sanierungen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen bedürfen dabei einer Einbeziehung in die Planung und der gleichzeitigen Berücksichtigung in der Umsetzung.

Ziele

Ein Verkehrskonzept insbesondere für den Bereich der B13 ist unter Berücksichtigung der Planungen für ein Ortszentrum südlich des Rathauses zu erarbeiten.

Der Durchgangsverkehr auf der B13 muß reduziert werden.

Die Fuß- und Radwege im Ort sind weiter auszubauen (auch entlang der B13 im Hauptort).

Keinesfalls Otterfing an die Autobahn (auch nicht über eine Behelfsausfahrt) anbinden.

Der Ortseingang Dietramszellerstr. (MB 5) erfordert Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung.

Bei anstehender Sanierung der Verbindungsstraßen nach Wettlkam und Talham, keine Neutrassierung (Begradigung).

Verkehrsarme Straßen zu Wohnstraßen bzw. verkehrsberuhigten Bereichen ausgestalten (Vorbilder: Kindergartenbereich, Hochrain, Pfarrer-Böhm-Weg).

Im Ortsgebiet generell „Tempo 30“ anstreben.

Den „hausgemachten“ Verkehr reduzieren und ein fußgänger- und fahrradfreundliches Klima schaffen.

Empfohlene Maßnahmen

Im Rahmen der weiteren Ortsentwicklungsplanung im Hinblick auf ein Ortszentrum südlich des Rathauses (s. Punkt 3.) sind die verkehrsspezifischen Anforderungen bis zur Kreuzung B13 / Dietramszellerstr. einzubeziehen.

Eine Grundsatzentscheidung im Gemeinderat herbeiführen, für wen das Ortszentrum (Straßenbereich) attraktiv sein soll - für den Verkehr oder für Otterfinger Bürger.

Gespräche gemeinsam mit Sauerlach und Holzkirchen initiieren mit Zielsetzung: Weitere Verlagerung der B13 als B13n (neu) auf die A8 bis Ausfahrt Holzkirchen und Durchsetzung von Maßnahmen zur Umsetzung. Aufhebung der B13 ab Ausfahrt „Sauerlach A995“ bis Holzkirchen. Sondierungsgespräche mit entsprechenden Ämtern führen. Autobahnausfahrt für Otterfing verhindern.

Eine Gesamtplanung für ein Otterfinger Verkehrkonzept (gemeindeeigenen Verkehrswege im Hinblick auf Verkehrsberuhigung, Tempo 30 - Zonen, Rad- und Fußwege) erarbeiten. Diese schrittweise, je nach Dringlichkeit und bei Baumaßnahmen in Siedlungs- und Straßenbereichen, umsetzen.

Ein Rad- und Fußwegenetz im Innenbereich des Ortes ist zu planen und umzusetzen. Insbesondere Wege zu Schule, Kirche, Kindergärten, Sportanlagen und Einkaufsbereiche sind zu berücksichtigen. Öffentlichkeitskampagne durch die Gemeinde zur Förderung des Radverkehres durchführen.

Der Ortseingang an der Dietramszellerstr. ist mit einer Verkehrsinsel einzuengen. Im weiteren Verlauf ist die Straße zur Geschwindigkeitsreduzierung zu entgradigen. Dafür auch Fahrbahneinengungen oder Materialwechsel im Fahrbahnbereich und kombinierten Rad- / Fußweg schaffen.

Die Ziele bezüglich Verbesserung der Situation an Gehwegen für Kinder und Behinderte umsetzen.

Mit Sanierung der Bahnhofstr. und der Palnkamerstr gleichzeitig den Fahrbahnbereich neu gestalten und einen Radweg einbeziehen. Neugestaltung Bereich Landkramerplatz berücksichtigen.

Die Randsteine in Kreuzungsbereichen und Übergängen (insbesondere bei der B13 und MB 5) sinnvoll absenken.

Die (öffentlichen) Parkplätze auf Notwendigkeit und Ausdehnung bewerten. Ggf. Entsiegelung oder Reduzierung.

Möglichkeiten zur besseren Einbindung der BOB für Otterfing untersuchen.


IV. Resümee und Ausblick

Mit dem vorliegenden Abschlußbericht unterbreitet der AK OE des Bürgerforums Otterfing / Agenda 21 die Ergebnisse einer mehrjährigen Diskussion zur Ortsentwicklung. Dabei wurden auch die Ergebnisse des AK LAWINE und des AK Verkehr berücksichtigt. Der AK OE hat dabei mit seinen Arbeiten wesentlich zur Durchführung der Gesamtplanung beigetragen.

Die jetzt vorliegenden Ergebnisse erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die dargelegten Ziele und vorgeschlagenen Maßnahmen sind Ergebnisse der Gespräche, Seminare und Diskussionen der Bürger Otterfings, die im Bürgerforum mitgearbeitet haben. Es ist zu hoffen, daß damit eine repräsentativer Beitrag zur OE erarbeitet werden konnte.

Die Umsetzung der vorliegenden Vorschläge und Anregungen in den nächsten Jahren ist in vielen Punkten abhängig von den wirtschaftlich / finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde, wobei diese gegenwärtig angespannt ist. Dennoch soll der GR anhand der Ergebnisse des Planungsbüros und unter Einbeziehung der Vorstellungen des AK, Prioritäten festlegen und nach Maßgabe der Haushalts-Situation entsprechend mit Umsetzungen beginnen. Wesentliche Vorschläge bedürfen aber auch weiterer Untersuchungen, Bewertungen und Planungsaktivitäten. Dabei sind auch Strategien im Hinblick auf die Abhängigkeiten der verschiedenen Entwicklungsziele zueinander zu erarbeiten.

Im AK OE waren über die Jahre in der Regel etwa 20 Bürger tätig, die sich engagiert und mit ihrem Wissen bei der Beantwortung der gestellten Aufgaben und Fragen eingesetzt haben. An den AK-Sitzungen nahmen auch Mitglieder des GR teil. Vertreter des Planungsbüros und der BM waren zu wesentlichen Themen ebenfalls eingeladen.

Es ist zu hoffen, dass der Gemeinderat, wie anlässlich der Kommunalwahlen 2002 von allen Gruppierungen auch als Ziel herausgestellt, die OE auch in Zukunft aktiv weiterführt und durchgreifende Ergebnisse erwartet werden dürfen.

Das Bürgerforum steht mit seinen Arbeitskreisen zur Unterstützung bei Folgeaufgaben zur OE auch weiterhin zur Verfügung. Dabei können die tatsächlichen Probleme und Vorstellungen der Bürger miteinbezogen werden und die Bürger erhalten Mitwirkungsmöglichkeiten. Weiterhin kann über das Bürgerforum die Akzeptanz bei der Umsetzung öffentlicher Maßnahmen im Rahmen der Ortsentwicklung gesteigert werden.

Abschließend ist noch folgenden Damen und Herren für ihre engagierte Mitarbeit, insbesondere während der aktiven Planungsphase, zu danken:

Frau Andrea Bichler
Frau Hertha Böhner
Herr Rudolf Brenninger
Frau Cornelia Breu
Herr Manfried Doll
Herr Peter Frei
Frau Barbara Gugler
Frau Maria Häusler
Herr Ulrich Keymer
Herr Wolfgang Kindler
Herr Stefan Kling
Herr Dr. Ottmar Koeder
Herr Hans G. Musch
Frau Astrid Nestler
Herr Paul Pallauf
Herr Norbert Pürner
Herr Willi Regul
Herr Günter Schneider
Herr Stefan Späth
Herr Eugen Steigert
Frau Ulrike Stockmeier
Herr Dr. Georg Strobl
Herr Dr. Hans Thu
rner.

 

 

 

               image076image078

              Willy Regul                  Günther Schneider
              Redaktion AK OE            Sprecher AK OE

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                                                                             Rudolf Brenninger
Sprecher Bürgerforum Agenda 21

 

 

 

 

 

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