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Lawine aktuell

Öko-Strom vom Wasserwerk Otterfing?

Wasserkraftwerk

Aus diesem Hexenhaus soll Öko-Strom kommen? Ja, denn es ist das einhundert Jahre alte Wasserwerk der Gemeinde Otterfing in Obermühltal südlich von Dietramszell, das seit 1998 außer Betrieb ist und durch die neuen Tiefbrunnen ersetzt wurde.

Auf einer Radltour durch das Oberland bemerkte ein Lawine-Aktiver, daß die Turbine lief und lief und lief für nichts und wieder nichts. Seine Idee, da könnte man doch Öko-Strom produzieren. Mit weiteren ehrenamtlichen Agenda21-Mitgliedern und mit Unterstützung der Gemeinde wurde die Anlage renoviert und umgebaut und erzeugt jetzt Strom für ein halbes Dutzend Haushalte. Die Einweihung ist zum Frühjahr 2012 vorgesehen.


Stromkosten exakt messen

Welche Stromkosten bei Haushalts-Geräten aktuell oder im Jahr anfallen, kann man aus der Bedienungsanleitung oder dem Internet entnehmen. Zum Beispiel:

Gerät 10 Jahre alt / neu

Kühlschrank 175 kWh jährlich 83 kWh jährlich
Gefrierschrank 385 kWh jährlich 158 kWh jährlich
Geschirrspüler 320 kWh jährlich 215 kWh jährlich
Waschmaschine 310 kWh jährlich 210 kWh jährlich
Wäschetrockner 680 kWh jährlich 280 kWh jährlich


Dies sind aber alles nur Durchschnittswerte, die sehr stark von Verbrauchs-Gewohnheiten abhängig sind. Was verbraucht aber mein Gerät?

Nicht zu vergessen sind dabei aber auch die vielen heimlichen Stromfresser im Stand-by-Modus wie Fernseher, SAT-Receiver, HiFi-Anlage, Netzteile für Handy, Kamera und Akkus, PC mit Monitor und Drucker, Radio usw. Da kommen bei einem PC mit Peripherie leicht mal 15 W = 100 kWh im Jahr zusammen. DieStand-by-Verluste für TV samt Anhang haben in etwa die gleiche Größenordnung oder sind sogar noch höher. Selbst im Bad sind sie zu finden. Eine dauernd angeschlossene elektrische Zahnbürste, Elektrorasierer und Ultraschallreiniger verbrauchen zusammen 8,4 W x 24 Std x 365 Tage = rund 70 kWh im Jahr. Und da gibt es noch viele andere verborgene Stromfresser. Finden Sie sie!

Testen Sie doch Ihre Geräte selbst. Die Agenda21 AK Lawine verleiht dazu kostenlos Energiekosten-Meßgeräte.an Otterfinger Bürger. Zwischen Steckdose und Gerät geschaltet, stellen Sie mit einem Griff die augenblickliche Stromaufnahme oder über einen längeren Zeitraum den Stromverbrauch Ihres Gerätes in kWh und EUR fest.


Stromzähler

Die Meßgeräte der AK Lawine sind erhältlich bei Wolfgang Kindler, Palnkamer Straße 60,Tel. 4187. Kaution 20 EUR.

 

Wasserwerk Merkur
Ag21-1201

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Solarbundesliga 11

Es handelt sich dabei um keine neue Fussball-Meisterschaft,
sondern um einen Wettstreit unter bundesdeutschen Gemeinden
und Städten, wer - bezogen auf die Einwohnerzahl - den höchsten Anteil an Solarenergie einsetzt. Otterfing ist nun schon zum 9. Mal dabei. Und wieder auf den vorderen Plätzen. Bei Solarwärme
für Warmwasser und Heizung sind wir deutschlandweit unter den ersten 5% (58. von 1.070), bei Solarstrom unter den ersten 14%
(182. von1.315) und bei Gesamt-Solar unter den ersten 7%
(94. von 1.387). Im Landkreis Miesbach sind wir seit langem
an erster Stelle.
Aber alle anderen Gemeinden sind ebenfalls aktiv und werden in Zukunft aufholen.


Otterfing spart mit seinen Solarkollektoren für Solarwärme und Solarsttrom im Jahr in etwa 400.000 Liter Heizöl oder Kubikmeter Erdgas ein. Dadurch werden nicht nur die natürlichen Recourcen geschont, sondern zusätzlich die Umwelt noch um fast 1.000
Tonnen CO² entlastet. Der in Otterfing produzierte
Photovoltaik-Strom deckt auch bereits um 6% des von Otterfinger Privathaushalten und Gewerbe verbrauchten Stroms.

Solardach erreicht 300.000 kWh am 25.11.2010

300.000 KW

Unsere Gegend liegt auf der Sonnenseite von Bayern. Man sieht es an der
Photovoltiak-Anlage auf dem Dach des Schulhauses. Sie produzierte seit
ihrer Installation 300.000 kWh Solarstrom.

Die Otterfinger Solardach GbR wird von 10 privaten Investoren betrieben, die auch
die Anlage finanzierten. Die Gemeinde Otterfing stellte dazu das gesamte Schuldach
für 20 Jahre kostenlos zur Verfügung

Die Photovoltaik-Anlage mit einer anfänglichen Spitzenleistung von 27,6 kWp wurde
am 17.11.2002 in Betrieb genommen, 2004 auf 42,3 kWp erweitert und arbeitet bis
heute zur vollen Zufriedenheit. Bei ihrer Inbetriebnahme 2002 war diese Solaranlage
das erste Solarstrom-Bürgerkraftwerk im Landkreis Miesbach. Der erfolgreiche
Projektablauf und die kostengünstige Verwaltungsform durch eine GbR konnten
eine Reihe von Nachfolgeprojekten im Landkreis und darüber hinaus zum Vorbild
dienen. Ermöglicht wurde dieser Erfolg durch engagierte Mitglieder des
Arbeitskreises LAWINE.

Dach35Dach03

 

Besichtigungsfahrt Wildpoldsried

Wildpoldsried bei Kempten ist eine Gemeinde mit 2.500 Einwohnern. Sie deckt bereits 285% ihres Energiebedarfs regenerativ, d.h. fast das Dreifache ihres Bedarfs mit nachwachsenden Rohstoffen und der Sonne. Das Rathaus, Kirche, Schule, Kindergarten, Gasthöfe, Geschäftshäuser, Seniorenwohnheim und mehrere Privathaushalte werden mit einer mit Holzpellets befeuerten Dorfheizung beheizt. Fotovoltaikanlagen zur Stromerzeugung sind auf dem Feuerwehrhaus, der Turnhalle und Privatdächern montiert. Zahlreiche Bauern betreiben mit Gülle und Mist Biogasanlagen, die neben Strom auch Wärme zum Heizen erzeugen. Sieben Windkraftanlagen produzieren mehr als 13 Millionen kWh Strom jährlich.

 

HackOtterfing

Hackschnitzel-Heizung für Schulhaus, Schul-Aula, Rathaus, Feuerwehrhaus und Kindergarten spart jährlich fast 30.000 € Heizungskosten ein.

 

Energiewende - der erste Schritt rechnet sich schneller als erwartet!

Die Gemeinde Otterfing stand 2001 vor der Frage, wie die Grundschule mit der neuen Schulaula, sowie Rathaus und Feuerwehrhaus beheizt werden sollen. Das Bürgerforum Otterfing Agenda21 schlug eine Hackschnitzel-Heizung als Ersatz für die alte Ölheizung vor. Nach längeren Diskussionen konnte eine knappe Mehrheit des Gemeinderats für eine Hackschnitzelheizung überzeugt werden.

Die wesentlichen Argumente gegenüber einer ursprünglich geplanten Gasheizung waren:

  • die Zukunftsicherheit und der Nutzen für unser Klima,
  • deutlich geringere Brennstoffkosten,
  • die zusätzliche Erwerbsmöglichkeit für Waldbauern im Landkreis.

    Die oft populistisch geführte Diskussion war nicht immer einfach. „ Bei hoher Heizlast wird die Umgebung an kalten Tagen im Nebel versinken“ war ein typischer Diskussionsbeitrag.

Im November 2002 ging die, vom Ingenieurbüro EST in Miesbach geplante Heizung ohne Probleme in Betrieb. Die Hackschnitzelheizung mit 220 kW Nennwärmeleistung erzeugt jährlich ca. 730 000 kWh, dies entspricht dem Wärmebedarf von etwa 30 EfH. Sie läuft seit Inbetriebnahme störungsfrei und ohne irgendwelche Beeinträchtigung der Nachbarschaft. Der für Notfälle und Spitzenlastbedarf bereitstehende Gaskessel mit 400 kW wird nur für ca. 3 % der Wärme benötigt.
Die Gemeinde bezahlt an den liefernden Land/Energiewirt für die erzeugte Wärme und bleibt somit unabhängig von der jeweiligen Qualität der Hackschnitzel. Das obige Bild zeigt, wie einfach die Anlieferung ist:
- Klappe zum Hackschnitzelbunker öffnen und Kipper entleeren.

2004 hat sich die Gemeinde über die aktuelle Kostensituation informiert. Das planende Büro zeigte auf Basis der Anlagentagebücher und Wärmeabrechnungen einen Vergleich der angefallenen Kosten mit der Alternative „reine Gasversorgung“.

 

Hackschnitzel

Gasversorgung

Investition

213.500 €

139.200 €.

Vergleich mit Kosten Stand Juli 2004:

 

 

Verbrauchskosten / kWh

2,96 ct   

21.717 € jährlich

4,65 ct 

34.179 € jährlich

Amortisation der Mehrkosten

nach 11,1 Jahren

 

Ersparnis Abschreibungszeitraum 20 Jahre

135 000 €

 

Vergleich mit Kosten Stand Juni 2006:

 

 

Wärmekosten / kWh   Stand Juni 2006

2,96 ct   

21.717 € jährlich

6   ct 

44.100 € jährlich

Amortisation der Mehrkosten Juni 2006

nach  6,5 Jahren

 

Ersparnis Abschreibungszeitraum 20 Jahre

305 000 €

 

 

 

 

jährliche regionale Wertschöpfung

21.700 €

ca. 2.000 €



Der 2004 vorgestellte Kostenvergleich zwischen Hackschnitzel- und Erdgasheizung ist heute nicht mehr gültig. Seit dem Winter 2005/2006 sind die Preise für fossile Energien nochmals massiv gestiegen. Erdgas kostet seitdem ca. 7 ct/kWh. Der Hackschnitzelpreis ist dagegen durch langfristige Preisbindung im Wesentlichen unverändert geblieben. Somit haben sich die höheren Kosten der Hackschnitzelheizung bereits nach 6,5 Jahren im Sommer 2009 amortisiert.
Gegenüber einer Wärmeversorgung mit fossilen Energieträgern spart die Gemeinde mit der Hackschnitzelheizung heute jährlich mehr als 29.000 €. Die Hackschnitzel kommen aus der Region, ihre Lieferung bewirkt zusätzlich eine jährliche regionale Wertschöpfung von 21.700 €.

Im Jahr 2009 wurde die Schule energetisch saniert. Dadurch wurde Wärmekapazität frei und das „Haus der Kinder“ konnte zusätzlich an das gemeindliche Nahwäremnetz der Hackschnitzelheizung angeschlossen werden.
Dieser frühzeitige erste Schritt zu Energiewende und Klimaschutz durch den Einsatz erneuerb
arer Energien und Energieeinsparung hat sich für die Gemeinde bereits ausgezahlt. Zukünftige Preissteigerungen bei fossilen Energieträgern werden die Gemeinde deutlich weniger belasten.

Es werden viele weitere Schritte folgen, denn Otterfing ist Pilotgemeinde auf dem Weg zur

Energiewende bis 2035. Wir wünschen uns, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger und weitere Gemeinden Otterfing auf dem Energiewende-Weg begleiten.

Autor: Horst Böhner, Bürgerforum Otterfing, Arbeitskreis Lawine
Tel. 08024 2784, E-mail: heho.boehner@t-online.de

 

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EST Thermo1klein

In den letzten Jahren wurden immer wieder Bilder von Häusern in Otterfing mit der Wärmebildkamera aufgenommen.
Mit ihr kann man wunderbar aufzeigen, wo die wärmedurchlässigen Stellen an der Hausfassade sind.

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Das meinte die Presse zu den Energietagen:

Energietag GB-0
Energietag HM-3
Energietag HM-4
Energietag SOK-0
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